Der „Veltener Teller“, die traditionsreiche Auszeichnung für ehrenamtlich besonders engagierte Seniorinnen und Senioren im Land Brandenburg, feiert ein rundes Jubiläum: 1995 etabliert, wurde die aus der Werkstatt von Hedwig Bollhagen stammende Keramik vom Sozialministerium in diesem Jahr bereits zum 30. Mal verliehen. Am heutigen Internationalen Tag des Ehrenamtes (5. Dezember) zeichneten Sozialministerin Britta Müller und der neu gewählte Vorsitzende des Seniorenrates des Landes Brandenburg e.V., Lutz-Peter Anton, zehn Preisträgerinnen und Preisträger aus dem ganzen Land Brandenburg aus, die sich in herausragender Weise ehrenamtlich für andere Menschen engagieren. An der feierlichen Zeremonie im Sozialministeriumsgebäude in Potsdam nahm auch der Landesseniorenbeauftragten Norman Asmus teil.
Sozialministerin Müller: „Die ehrenamtliche Arbeit unserer Seniorinnen und Senioren ist in ihrer Bedeutung nicht hoch genug einzuschätzen. Sie kümmern sich um ihre Nachbarn, organisieren Veranstaltungen oder Reisen, sind in Seniorenbeiräten aktiv – die Bandbreite ist ebenso groß wie beeindruckend. Damit sorgen sie nicht nur für mehr Teilhabe der älteren Generation an allen Bereichen des öffentlichen Lebens – sie tun damit auch aktiv etwas für die Gesellschaft und nicht zuletzt für sich selbst, denn wer aktiv ist, bleibt fit und wird nicht einsam. Ich freue mich daher sehr, zum ersten Mal in meinem Amt eine der traditionsreichsten Auszeichnungen unseres Bundeslandes überreichen zu dürfen – an zehn verdiente Brandenburgerinnen und Brandenburger, stellvertretend für die vielen, vielen anderen, die tagtäglich dabei helfen, unsere Gesellschaft noch ein bisschen sozialer und mitmenschlicher zu machen. Dafür Ihnen allen meinen ganz herzlichen Dank!“
Norman Asmus, Landesseniorenbeauftragter Brandenburg: „Ich gratuliere den heute Ausgezeichneten zu ihrer Ehrung und freue mich über dieses vielfältige Engagement vor Ort. Sie stehen beispielhaft für das Beste bei uns im Land, den selbstlosen Einsatz für andere und für eine solidarische Gesellschaft. Dafür gute Bedingungen zu schaffen und noch mehr Menschen gerade mit dem Eintritt in die nachberufliche Lebensphase für das Ehrenamt zu begeistern, ist Anliegen der Seniorenpolitischen Leitlinien der Landesregierung und eines meiner erklärten Ziele.“
Die Auszuzeichnenden werden jedes Jahr von den Mitgliedsorganisationen des Landesseniorenrates vorgeschlagen und sind bzw. waren in örtlichen Seniorenbeiräten und Seniorenvereinen aktiv. Ins Leben gerufen wurde die ehrenamtliche Auszeichnung im Jahr 1995 von Regine Hildebrandt, Brandenburgs erster Sozialministerin. Der „Veltener Teller“ hat die Form einer Schale mit Fuß. Die Keramik wurde einst in der Werkstatt von Hedwig Bollhagen in der Stadt Velten (Oberhavel) entworfen, die der Auszeichnung auch den Namen gab.
Seit 1995 sind rund 300 Seniorinnen und Senioren im Land Brandenburg mit dem „Veltener Teller“ geehrt worden.
Den „Veltener Teller“ 2025 erhielten heute:
Hartmut Schulze (Luckenwalde, Teltow-Fläming): Sein Name hat einen guten Klang in seiner Stadt und im Landkreis. Als Beauftragter der Stadt für Senioren und Behinderte, als Mitglied des Kreisseniorenbeirats oder als Mitglied im Bundesvorstand Selbsthilfe Körperbehinderte e.V. engagiert er sich tatkräftig dafür, Älteren und behinderten Menschen eine bessere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Beispielhaft ist seine aktive Mitwirkung im Netzwerk „Barrierefrei" des Landkreises. Hilfsbereitschaft, ein offenes Ohr für die Nöte anderer Menschen und ein stets sachliches Agieren haben ihm Vertrauen und eine hohe Wertschätzung bei seinen Mitbürgerinnen und Mitbürgern eingebracht. Zum jährlich im Mai stattfindenden Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung sorgt Hartmut Schulze mit vielen Gleichgesinnten dafür, dass durch Mitmachaktionen in der Fußgängerzone von Luckenwalde die Forderung nach Gleichstellung lebendig und für jedermann sichtbar wird. Zu Weihnachten hat er das neue Format „Gemeinsam gegen einsam“ entwickelt, das Menschen ohne familiären Anschluss die Möglichkeit bietet, die Festtage gemeinsam zu verbringen.
Manuela Wolke (Brieselang, Havelland): Sie ist seit 2012 im Seniorenbeirat ihrer Gemeinde und seit zehn Jahren im Vorstand des Kreisseniorenbeirats tätig, aktuell als Schatzmeisterin. 2019 wurde sie Vorsitzende des Seniorenbeirats ihrer Gemeinde, der direkt von der (älteren) Bevölkerung gewählt wird, was nicht so oft in Brandenburg vorkommt. Die Seniorenarbeit in ihrer Gemeinde bereichert sie mit neuen Ideen und Angeboten, zum Beispiel durch die Etablierung eines Seniorensportfestes, eines „Digitalen Stammtischs“ oder der monatlichen „Seniorentanznachmittage“. Ihrem Wirken ist es maßgeblich zu verdanken, dass die Rechte des Seniorenbeirats in der Hauptsatzung der Gemeinde neu gefasst wurden. Das Gremium hat jetzt auf jeder Sitzung der Gemeindevertretung und ihren Ausschüssen einen eigenen Tagesordnungspunkt mit Anhörungs- und Fragerecht. In den vergangenen Jahren, so auch 2025, gehörte sie zu den Hauptverantwortlichen für die Organisation der Eröffnung der Brandenburgischen Seniorenwoche im Landkreis und damit des Havelländischen Seniorentags.
Karin Hänsch (Cottbus): Seit ihrem Übergang in den Ruhestand ist sie ehrenamtlich für die Seniorenbetreuung der Deutschen Bahn Cottbus tätig und kümmert sich um ehemalige Eisenbahnerinnen und Eisenbahner und Angehörige oder Hinterbliebene. Gemeinsam mit ihren ehrenamtlichen Mitstreiterinnen und Mitstreitern organisiert sie Veranstaltungen und lädt Gäste ein, die über aktuelle Themen rund um die Deutsche Bahn, die Gewerkschaft EVG (Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft), Tagespolitik oder zu Themen des Seniorenbeirats der Stadt informieren. Ob Buchlesung, Verkehrsteilnehmerschulung, Tagesfahrten oder Herbstfest – bis zu 200 Seniorinnen und Senioren freuen sich auf die Vorträge, geselligen Nachmittage und Reisen. Viele Menschen hat sie motiviert, eine ehrenamtliche Tätigkeit zu übernehmen. Sie unterstützt als Gast aktiv den Seniorenbeirat der Stadt Cottbus und bereichert das Programm der Seniorenwoche mit kreativen Ideen – sicher auch 2026, wenn Cottbus die Gastgeberstadt für die landesweite Eröffnung der 32. Brandenburgischen Seniorenwoche ist.
Dr. Jürgen Wolf (Schlieben, Elbe-Elster): Er prägt seit 2016 maßgeblich die Seniorenarbeit des Amtes Schlieben. Als Vorsitzender des Seniorenbeirates setzt er sich mit großem Verantwortungsbewusstsein, unermüdlicher Tatkraft und einem bemerkenswerten Maß an Empathie für ältere Menschen ein. Unter seiner Mitwirkung entstanden Strukturen, die Seniorinnen und Senioren eine starke Stimme geben und ihnen aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Er ist ein verlässlicher Ansprechpartner, berät individuell und schafft durch Seniorennachmittage, kulturelle Veranstaltungen und Begegnungsprojekte nachhaltige Angebote gegen Vereinsamung und für ein lebendiges Miteinander. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der Förderung des Dialogs zwischen den Generationen. Er hat Projekte angestoßen und unterstützt, die gezielt Brücken zwischen Jung und Alt schlagen und so nicht nur zu einem besseren gegenseitigen Verständnis beitragen, sondern aktiv den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern. Darüber hinaus engagiert er sich in der Gedenkstättenarbeit, beim Erhalt regionaler Traditionen sowie in der Organisation der Jugendweihe.
Heinz Schäferhoff (Michendorf OT Langerwisch, Potsdam-Mittelmark): Nach seinem Eintritt in den Ruhestand hat er seine Arbeit für Seniorinnen und Senioren sogar noch weiter intensiviert. Bereits während seiner Berufstätigkeit unterstützte er viele Jahre das Seniorenbetreuungsteam in Langerwisch. Er war maßgeblich beteiligt an den Aufbau- und Abbauarbeiten der mehr als 100 Veranstaltungen, die das Seniorenbetreuungsteam organisierte und fotografierte die Ereignisse für die „Nachwelt“. Seit zwei Legislaturperioden ist er Mitglied des Michendorfer Seniorenbeirats und besonders aktiv bei der Vorbereitung und Durchführung der jährlichen Brandenburgischen Seniorenwoche. Mit den Beiratsmitgliedern setzt er sich insbesondere für die Absenkung der Gehwege und den sozialen Wohnungsbau ein. Darüber hinaus ist er im Langerwischer Bürgerverein e.V. engagiert, der Herausgeber der Monatszeitschrift „Märkischer Bogen“ ist. Auch dank seiner Mitwirkung berichtet die Zeitschrift seit mehr als 30 Jahren über aktuelle Themen in den sechs Ortsteilen der Gemeinde Michendorf und bietet den vielen ehrenamtlich Tätigen eine Plattform für ihre Aktivitäten.
Anneliese Schulz (Wittstock/Dosse, Ostprignitz-Ruppin): Unermüdlich hat sie sich über viele Jahre hinweg für die Belange von Seniorinnen und Senioren eingesetzt. Zahlreiche Projekte, die das Leben von älteren Menschen bereichert haben, wurden von ihr initiiert und durchgeführt. Seit mehr als sechs Jahren engagiert sie sich für den Seniorenverein „Herbstgold“ in Wittstock/Dosse, der sie auch zu seiner Vorsitzenden gewählt hat. Sie organisiert viele Veranstaltungen, unter anderem Ausflüge, Feste, Lesungen oder Informationsrunden zu Themen, die Seniorinnen und Senioren besonders interessieren, etwa rund um die Gesundheit. Darüber hinaus unterstützt Anneliese Schulz aktiv den Seniorenbeirat in Wittstock/Dosse und arbeitet ehrenamtlich im Vorstand des Jugendweihevereins Wittstock e.V. Im Nachbarschaftsprojekt in der Röbeler Vorstadt engagiert sie sich in der Quartiersarbeit mit Ferien- und Kinderangeboten, beim Sonntagskaffee oder Lesungen. Aufgrund ihrer persönlichen Erfahrungen setzt sie sich für die Aufklärung über Demenz ein, sowohl bei Angehörigenschulungen als auch im Rahmen der Alzheimer-Aktionswochen in der Stadt.
Bernd Knoch (Fredersdorf-Vogelsdorf, Märkisch-Oderland): Als Kind eines christlichen Elternhauses bekam er früh einen Blick dafür, wenn andere Menschen in Not waren und ihnen geholfen werden musste. Und genau das tut er seit Jahren: Er hilft Freunden ebenso wie Nachbarn, seien sie nun bekannt oder nahezu fremd. Uneigennützig, ohne auf Fahrgeld oder Anerkennung zu warten, fährt er den Einen zum Arzt, die Andere zum Einkaufen und hilft bei allem, was im Alltag so anfällt. Sein Leben lang engagiert er sich politisch. Mit 30 Jahren trat er in die CDU ein. Zur Zeit der Wiedervereinigung übernahm er die Organisation des CDU-Kreisverbands und war Mitglied im neu gebildeten Kreistag Märkisch-Oderland. Er ist Vorsitzender der Senioren-Union Märkisch Oderland und im Landesvorstand der Senioren-Union tätig. Darüber hinaus war Bernd Knoch zeitweise Schöffe am Kreisgericht Strausberg und Mitglied im Polizeibeirat beim Polizeipräsidenten des Landes Brandenburg. Auch im Heimatverein Fredersdorf-Vogelsdorf ist er aktiv.
Ute Gierke (Potsdam): Sie ist Mitglied im Seniorenbeirat der Landeshauptstadt Potsdam und engagiert sich seit Jahrzehnten in vielfältiger Weise für das Gemeinwohl in ihrer Stadt. Die generationenübergreifende Arbeit ist ihr eine Herzensangelegenheit. Sie verbindet Menschen, Jung und Alt, fördert gegenseitiges Verständnis und schafft nachhaltige Netzwerke innerhalb der Stadtgesellschaft. Im Seniorenbeirat ist sie Leiterin der AG Gesundheit und Soziales. Als Mitglied der AG Veranstaltungen ist sie maßgeblich an der Vorbereitung und Durchführung der Seniorenwoche beteiligt. Zudem engagiert sie sich für Menschen mit Migrationshintergrund und ist Mitglied im Netzwerk „Älter werden in Potsdam“. Und die Liste ihrer Ehrenämter lässt sich weiter vervollständigen. Dazu zählen die Mitarbeit bei den Johannitern und in einer Seniorenresidenz, bei der Volkssolidarität, in einer Wohnsportgemeinschaft sowie in der Palliativ-, aber auch der Jugendarbeit. Sie verkörpert Mitmenschlichkeit, Engagement und Netzwerkarbeit in herausragender Weise.
Renate Teßmann (Hohen Neuendorf, Oberhavel): Aufgrund ihres Engagements für ältere und sozial schwache Menschen sowie ihrer vielfältigen Initiativen zur Gestaltung von Gemeinsamkeit und gegenseitiger Unterstützung innerhalb ihrer Heimatstadt wurde sie 2020 zur Vorsitzenden des Seniorenbeirats von Hohen Neuendorf gewählt. Vor allem die politische Teilnahme älterer Menschen ist ihr ein Anliegen. Daneben setzt sie sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen Älterer und für seniorenfreundliche Strukturen ein. Ihr sind steter Austausch und stabile Beziehungen zu den beteiligten Institutionen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wichtig. Seit 2023 ist sie auch Vorsitzende des Kreisseniorenbeirats Oberhavel. Von Anfang an setzte sie sich für den Austausch zwischen den Seniorenvertretungen im Landkreis ein. Dass der Kreisseniorenbeirat ein Gremium des Kreistags wurde, ist auch Renate Teßmanns großem Engagement zu verdanken. Als Vorsitzende vertritt sie den Kreisseniorenbeirat im Seniorenrat des Landes Brandenburg e.V. und wurde anlässlich der Wahl des neuen Vorstands im November dieses Jahres erneut zur Beisitzerin gewählt.
Doris Bartelist (Groß Lindow, Oder-Spree): Seit elf Jahren ist sie Mitglied im Seniorenbeirat des Amtes Brieskow-Finkenheerd und genauso lange Vorsitzende des AWO-Ortsvereins in Groß Lindow. Sie kümmert sich um die Veranstaltungen und gemeinsamen Zusammenkünfte, organisiert Fahrten und Vorträge und motiviert die Seniorinnen und Senioren, daran teilzunehmen. Ging es früher schon mal nach Schweden oder Österreich, sind es heute Ausflüge in die nähere Umgebung, nach Niederfinow, in den Spreewald oder auf die Berliner Gewässer. Doris Bartelist hat für jeden ein offenes Ohr und fährt mit Älteren zum Einkauf oder zum Arzt, denn im Ort gibt es weder eine Arztpraxis noch eine Einkaufsmöglichkeit, auch keine Sparkasse oder Apotheke. Neben ihrer Arbeit im Gemeinderat begleitet sie gemeinsam mit dem im Rahmen von „Pflege vor Ort“ tätigen Arbeiter-Samariter-Bund Pflegebedürftige und besucht diese zu Hause.

