2. Februar 2026 / Politik in Brandenburg

Bildungsministerium fördert das Grundbildungszentrum Potsdam für weitere drei Jahre

Mehr als 6,2 Millionen Erwachsene in Deutschland können nur wenig oder gar nicht lesen und schreiben.

Veröffentlicht am 2. Februar 2026 um 09:16 Uhr von Ministerium für Bildung, Jugend und Sport

In Brandenburg hat daher vermutlich jede achte Person zwischen 18 und 64 Jahren diese Schwierigkeiten und somit schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt sowie eingeschränkte gesellschaftliche und soziale Beteiligungsmöglichkeiten. Das regionale Grundbildungszentrum der Volkshochschule Potsdam im Bildungsforum (VHS) steuert mit seiner Arbeit seit Jahren gegen und freut sich heute über die Verlängerung des Projektes.

Hendrik Fischer, Staatssekretär für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg, übergab heute in Potsdam den Zuwendungsbescheid für das Grundbildungszentrum in Höhe von rund 470.400 Euro sowie wie den Zuwendungsbescheid für die Kurse zur Alphabetisierung und Grundbildung in Höhe von 325.260 Euro, beide für die Förderperiode 2026 bis 2028 an Dr. Birgit-Katharine Seemann, Fachbereichsleiterin Kultur und Museum, den VHS-Leiter Dr. Myrtan Xhyra und die Leiterin des Grundbildungszentrums Franziska Tempel.

Staatssekretär Hendrik Fischer: „Das Recht auf Bildung darf keine Frage des Alters sein. Alle Erwachsenen im Land Brandenburg, denen das Lesen und Schreiben sehr schwerfällt, sollen die Chance haben, ihre Schriftsprachenkompetenz zu verbessern Daher fördert das Bildungsministerium insgesamt 15 regionale Grundbildungszentren, die sehr erfolgreich arbeiten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen ihre Aufgabe nicht nur mit viel Fachkompetenz, sondern auch mit dem erforderlichen Feingefühl gegenüber den Lernenden an. Dieses Angebot ist unverzichtbar, damit wir künftig die Menschen in Brandenburg noch besser wohnortnah erreichen können. Wir setzen den vorgesehenen Ausbau der Grundbildungszentren um und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit.“

Im Jahr 2006 begann im Land Brandenburg die Förderung landesweiter Kurse zur Alphabetisierung und Grundbildung aus ESF-Mitteln. Seit 2025 werden Grundbildungszentren gefördert, um gezielt Teilnehmende aus schwer erreichbaren Zielgruppen zu gewinnen. Inzwischen bestehen 15 Grundbildungszentren in Brandenburg: in Potsdam und Frankfurt (Oder) sowie den Landkreisen Barnim, Elbe-Elster, Havelland, Märkisch-Oderland, Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Oberspreewald-Lausitz, Oder-Spree, Potsdam-Mittelmark, Prignitz, Spree-Neiße, Teltow-Fläming und Uckermark. Im aktuellen ESF-Förderzeitraum von 2026 bis 2028 werden Grundbildungszentren und Kurse zur Alphabetisierung und Grundbildung in Höhe von insgesamt zwölf Millionen Euro gefördert.

Zusätzlich zu den Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds und vom Land Brandenburg wird das Grundbildungszentrum auch von der Landeshauptstadt Potsdam unterstützt. Torsten Wiegel, Beigeordneter für Bildung, Jungend und Sport, freut sich ebenfalls über die Zuwendung: „Für weitere drei Jahre ist das Grundbildungszentrum als wichtige Anlauf- und Kompetenzstelle für Grundbildung in Potsdam gesichert. Dank der Förderung können Erwachsene ihre Lese- und Schreibkompetenzen hier kostenfrei verbessern. Außerdem bietet das Grundbildungszentrum Beratung und Sensibilisierung zum Thema an – auch für Mitarbeitende von Firmen.“ Letztere profitieren von den kostenlosen Schulungen, in denen Teilnehmende für Leichte Sprache sensibilisiert werden und Anregungen bekommen, wie sie Betroffenen in ihrem Umfeld – auch am Arbeitsplatz – Unterstützung geben können.

Franziska Tempel, Leiterin des Grundbildungszentrums, freut sich ebenfalls über den Zuwendungsbescheid: „Das ist eine schöne Anerkennung unserer Arbeit. Wir freuen uns sehr darauf, weiter an dieser wichtigen Aufgabe arbeiten zu können. Dazu gehört auch die Information und Organisation geeigneter offener Lernmöglichkeiten und Kurse zur Grundbildung, darunter zum Lesen, Schreiben, Rechnen, aber auch zu Alltagskompetenzen in Bereichen wie Englisch oder dem Umgang mit digitalen Technologien.“ Für viele Menschen sei es nach wie vor eine große Herausforderung, einen Beipackzettel zu lesen, Formulare beim Arzt oder Amt auszufüllen oder den Inhalt eines Elternbriefs zu verstehen.

„Grundbildung ist ein wichtiger Baustein für Chancengleichheit und Teilhabe. Geringe Literalität resultiert oftmals aus mangelnder Leseerfahrung, Sprachbarrieren, Lernschwierigkeiten oder schwierigen Lebenswegen. Niemand soll deshalb stigmatisiert und ausgegrenzt werden“, betont VHS-Leiter Dr. Myrtan Xhyra.

Für die neue Förderperiode ist ein digitales Lerncafé über das VHS Lernportal geplant, um Lernen in der Grundbildung von überall und zu jeder Zeit zu ermöglichen und gleichzeitig die Medienkompetenz zu stärken. Außerdem soll sowohl die Anzahl der Lerncafés erhöht als auch die Zahl der Standorte in Potsdam erweitert werden.

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