17. November 2025 / Aus aller Welt

Iran: Regengebete und Wolkenimpfen gegen die Dürre

Der Iran versucht mit allen Mitteln, die historische Trockenheit im Land zu bekämpfen. Von Regengebeten bis zu Wolkenimpfen - doch bislang bleibt der Erfolg aus.

Der Iran versucht, die Wasserkrise und Dürre im Land mit Regengebeten und Wolkenimpfungen zu bekämpfen. (Archivbild)
Veröffentlicht am 17. November 2025 um 12:44 Uhr von dpa

Nach spirituellen Regengebeten setzt der Iran nun auch auf sogenanntes Wolkenimpfen, um Niederschläge im Land zu erzwingen. In der Provinz West-Aserbaidschan im Nordwesten Irans sprühten Flugzeuge ein bestimmtes Salz in die Wolken über dem ausgetrockneten Urmia-See, berichtet die Tageszeitung Donjaje-Eghtessad. Ob diese Maßnahmen tatsächlich zu Regen führen, ist laut Umweltexperten jedoch fraglich.

Am Freitag fanden in der Hauptstadt Teheran, die mit ihren 15 Millionen Einwohnern besonders stark von der Wasserkrise betroffen ist, nach dem traditionellen Freitagsgebet Regengebete statt. Die Initiative stieß jedoch in der Gesellschaft auf harsche Kritik. Statt auf wissenschaftliche Expertise zu setzen, offenbare die Regierung mit Regengebeten ihre Hilflosigkeit, so die Kritiker. Selbst staatliche Medien sprechen inzwischen von einer nationalen Katastrophe.

Islamische Hardliner sowie mehrere Geistliche im Iran machen den «unislamischen» Lebensstil vieler Bürger, insbesondere in der Millionenmetropole Teheran, für die Trockenheit verantwortlich. «Zweifellos wirkt sich das Sündigen der Menschen auch auf die Verringerung göttlicher Gaben wie Regen aus», erklärte der Abgeordnete Kamran Ghasanfari. Vor allem Frauen ohne Kopftuch würden eine Mitschuld tragen.

Da die meisten Staudämme ausgetrocknet sind, wächst die Panik in der Bevölkerung. Die Regierung sieht sich daher gezwungen, drastische Schritte zu ergreifen. So will das Energieministerium in Teheran und weiteren Regionen die Wasserversorgung abends bis zum nächsten Morgen - etwa elf Stunden - abstellen. Präsident Massud Peseschkian brachte sogar eine Evakuierung der Hauptstadt ins Spiel, doch diese Möglichkeit wird innerhalb der Regierung als kaum realistisch eingeschätzt.


Bildnachweis: © Arne Immanuel Bänsch/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Mann bei Verkehrsunfall schwer verletzt (Dahme/Mark, L 71 zwischen Dahme und Zagelsdorf)
Polizeimeldung

Die Polizei ist am späten Mittwochabend über einen Verkehrsunfall auf der L 71 informiert worden. Nach derzeitigem...

weiterlesen...
Netzausfall in Stuttgart - Internet und Mobilfunk fallen aus
Aus aller Welt

In der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg fällt am Morgen der Strom aus. Für viele Menschen in der Stadt hat das spürbare Auswirkungen. Nun ist klar, warum kurzzeitig die Energie weg war.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Gericht verbietet Discounter Werbeaussagen zu E-Zigaretten
Aus aller Welt

Ein Discounter darf E-Zigaretten online nicht mehr mit bestimmten Formulierungen bewerben. Geklagt hatte Pro Rauchfrei. Der Verband sieht ein generelles Problem.

weiterlesen...
Stiftung Hohenzollernscher Kunstbesitz nimmt die Arbeit auf
Aktuell

Am 9. Februar 2026 fand die erste Sitzung des Stiftungsrats der neu gegründeten Stiftung Hohenzollernscher Kunstbesitz statt

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Gericht verbietet Discounter Werbeaussagen zu E-Zigaretten
Aus aller Welt

Ein Discounter darf E-Zigaretten online nicht mehr mit bestimmten Formulierungen bewerben. Geklagt hatte Pro Rauchfrei. Der Verband sieht ein generelles Problem.

weiterlesen...
Technische Störung legt Flughafen Köln/Bonn lahm
Aus aller Welt

Wer übers Karnevalswochenende verreisen wollte, musste sich am Freitag auf dem Flughafen Köln/Bonn gedulden: Aufgrund einer technischen Störung war der Sicherheitsbereich vorübergehend gesperrt.

weiterlesen...