Auf Korsika ist der ehemalige Nationalistenchef Alain Orsoni bei der Beerdigung seiner Mutter erschossen worden. Der 71-Jährige sei am Nachmittag aus der Entfernung mit einem einzigen Schuss aus einer Langwaffe getötet worden, berichtete die Zeitung «Le Parisien» unter Verweis auf die Staatsanwaltschaft. Es seien Ermittlungen wegen bandenmäßig organisierten Mordes eingeleitet worden. Orsoni, der auch Ex-Präsident des Fußballclubs AC Ajaccio war, war nach Medienberichten bereits 2008 einem Mordanschlag entkommen, während sein Bruder Guy 1983 erschossen wurde. Die genauen Hintergründe der Tat auf der von Bandenkriminalität und Abrechnungen geplagten französischen Mittelmeerinsel waren zunächst unklar. Nach seinem Engagement in der nach einer Unabhängigkeit der Insel strebenden Nationalistenbewegung legte Orsoni nach Medien lange Zeit in Florida, Spanien und in Nicaragua, wo er unter anderem im Glücksspielsektor aktiv war. Nach seiner Zeit bei der nationalen Befreiungsfront Korsikas (FLNC) gründete Orsoni eine eigene Bewegung für Selbstbestimmung, die seine Gegner eher als eine «Bewegung für Geschäfte» bezeichneten, berichtete «Le Parisien». Für die rund 50 Teilnehmer an der Beerdigung in der kleinen Ortschaft Vero sei eine psychologische Betreuung in einem Krankenhaus in der Inselhauptstadt Ajaccio eingerichtet worden, berichteten der «Parisien» und die Zeitung «Corse-Matin».
Bildnachweis: © Kenzo Tribouillard/AFP/dpa
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Ex-Nationalistenchef bei Beerdigung der Mutter erschossen
Tödliche Abrechnung wie in einem Mafia-Film: Auf Korsika wird ein Ex-Anführer der Nationalisten während der Beerdigung seiner Mutter erschossen. Schon 2008 entging die Insel-Größe einem Mordanschlag.
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