Eine Bestattungsfirma in Portugal soll ein Tempovergehen einem Toten untergeschoben haben, um ein saftiges Bußgeld zu umgehen. Die Staatsanwaltschaft in Castelo Branco knapp 250 Kilometer nordöstlich von Lissabon habe gegen den 56-jährigen Geschäftsführer des Unternehmens Anklage erhoben, berichteten die Zeitung «Correio da Manhã» und weitere portugiesische Medien unter Berufung auf Justizkreise. Ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft bestätigte auf Anfrage diese Informationen. Das Fahrzeug der Bestattungsfirma war am 31. Dezember in einer Tempo-50-Zone mit 102 Kilometern pro Stunde geblitzt worden. Dreieinhalb Wochen später trug der Geschäftsführer laut Staatsanwaltschaft in ein Formular der Verkehrsbehörde ANSR einen 19-Jährigen als den für die Geschwindigkeitsüberschreitung verantwortlichen Fahrer ein - obwohl der junge Mann kurz zuvor bei einem Unfall gestorben war. Das Unternehmen hatte sein Begräbnis organisiert und deshalb alle Daten des jungen Mannes zur Hand. Der Betrugsversuch flog auf, als die Eltern des Toten den Bußgeldbescheid in Höhe von 300 bis 1.500 Euro erhielten. Sie seien fassungslos und empört gewesen, zumal ihr Sohn bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sei, zitierte die Nachrichtenagentur Lusa den Anwalt der Eltern. Der Beschuldigte soll nun bald wegen Urkundenfälschung und Datenmissbrauchs vor Gericht kommen. Ihm droht eine Haftstrafe von bis zu sieben Jahren.
Bildnachweis: © Frank Rumpenhorst/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Bestatter schiebt totem Mann Bußgeld für Tempovergehen unter
Um ein Knöllchen loszuwerden, greift eine Bestattungsfirma in Portugal laut Justiz zu einem dreisten Trick. Der Betrugsversuch fliegt aber auf - dem Beschuldigten droht nun eine lange Haftstrafe.
Meistgelesene Artikel
- 14. August 2026
Person von Zug erfasst (Blankenfelde-Mahlow, Glasower Damm)
Durch die Rettungsleitstelle ist der Polizei am Donnerstagnachmittag die Kollision zwischen einer männlichen Person und...
- 13. August 2026
Feuerwehrspielgerät am Weichpfuhl gesperrt
Achtung Verletzungsgefahr
- 26. August 2026
Mehrere Leichtverletzte bei Brand in Mehrfamilienhaus (Luckenwalde, Salzufler Allee)
Die Polizei ist am Dienstagabend zu einem Brand in Luckenwalde hinzugerufen worden. Nach derzeitigem Kenntnisstand kam...
Neueste Artikel
- 8. September 2026
Mitarbeiterinnen abgezogen: Eiffelturm nach Streik geöffnet
Nach dem Abzug weiblichen Personals für eine religiöse Delegation blieb der Eiffelturm aus Protest geschlossen. Die Betreiber räumen einen Fehler ein und wollen eine Wiederholung verhindern.
- 8. September 2026
Rund 16.000 Hitzetote in diesem Jahr – und nun?
Mindestens 16.000 Menschen sind hitzebedingt in diesem Jahr in Deutschland gestorben. Experten erklären, warum viele Todesfälle unentdeckt bleiben – und wie sie verhindert werden könnten.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 8. September 2026
Mitarbeiterinnen abgezogen: Eiffelturm nach Streik geöffnet
Nach dem Abzug weiblichen Personals für eine religiöse Delegation blieb der Eiffelturm aus Protest geschlossen. Die Betreiber räumen einen Fehler ein und wollen eine Wiederholung verhindern.
- 8. September 2026
Rund 16.000 Hitzetote in diesem Jahr – und nun?
Mindestens 16.000 Menschen sind hitzebedingt in diesem Jahr in Deutschland gestorben. Experten erklären, warum viele Todesfälle unentdeckt bleiben – und wie sie verhindert werden könnten.

