26. Februar 2026 / Aus aller Welt

Besser «Baut eine Sandburg» als nur «Geht zusammen spielen»

Prinzipiell finden Kinder meist schnell zum Spielen zusammen. Gerade der Start kann allerdings schwerfallen. Ein bestimmter Trick könnte wohl helfen.

Gemeinsam spielen - sich fremden Kindern kann das anfangs schwerfallen. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 26. Februar 2026 um 04:00 Uhr von dpa

«Geht doch schön zusammen spielen» - Kindern, die sich fremd sind, fällt es oft schwer, dieser elterlichen Aufforderung nachzukommen. Experten haben einen Tipp, wie sich anfängliche Verlegenheit schnell überwinden lässt: Gebt den Kindern eine Aufgabe. Ein gemeinsames Ziel fördere kooperativeres Verhalten und Zusammenarbeit, berichtet die Gruppe um Emily Goodacre von der University of Cambridge im Fachjournal «Infant and Child Development».

Für die Studie wurden 148 Sechs- bis Achtjährige in Paare aus Freunden und Nicht-Freunden aufgeteilt. Jedes Duo absolvierte zwei Aktivitäten: offenes Spiel und eine zielgerichtete Zeichenaufgabe. Gemessen wurde die Verbundenheit der Kinder, indem erfasst wurde, wie viel sie über dasselbe Thema sprachen.

Nicht befreundete Kinder zeigten in der zielgerichteten Situation eine um etwa 25 Prozent höhere Verbundenheit als im freien Spiel. Das unstrukturierte Freispiel erschwere es Nicht-Freunden, einen Konsens zu finden - was oft dazu führe, dass jeder seine eigenen Spielideen verfolge, hieß es dazu. Das gemeinsame Ziel hingegen habe ermutigt, einander zuzuhören und zu interagieren, sagte Goodacre.

Freunde haben schon eine gute Basis

Bei Freunden gab es den Effekt nicht. «Enge Freunde verlassen sich möglicherweise stärker auf nonverbale Signale oder ein gemeinsames Verständnis davon, wie man zusammen spielt, was bedeutet, dass die zielgerichtete Aufgabe ihre Kommunikationsmuster nicht wesentlich verändert hat», hieß es dazu von der Universität.

Verbundene Kommunikation sei wichtig fürs Sozialleben, hieß es von den Forschenden: «Während viele Kinder nebeneinander sitzen und mit dem gleichen Spielzeug, aber im Grunde alleine spielen, beschreibt Verbundenheit Momente, in denen sie ihr Spiel aktiv koordinieren.» Es gehe darum, mit anderen zu verhandeln und auf die Gefühle und Bedürfnisse anderer einzugehen, so Goodacre.

Eltern oder Lehrer, die möchten, dass bisher nicht befreundete Kinder kooperativ und positiv miteinander umgehen, sollten ihnen ein gemeinsames Ziel geben, schließen die Forschenden. Im freien Spiel müssten Kinder erst darum ringen, eine gemeinsame Idee zu entwickeln - bei einer konkreten Aufgabe falle das viel leichter.


Bildnachweis: © Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa
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