Der eingefangene Wolf, der laut Behörden in Hamburg eine Frau verletzt hat, ist in eine Wildtierauffangstation in Niedersachsen gebracht worden. Dort habe er ein «neues vorläufiges Zuhause» gefunden, sagte ein Sprecher der Umweltbehörde der Deutschen Presse-Agentur. «In Absprache mit Tierschutzexpertinnen und -experten wurde entschieden, dass der Wolf vorläufig in einer Wildtierauffangstation in Niedersachsen unterkommt.» Um welche Station es sich handelt, sagte er nicht. Es sei auch nicht klar, ob der Wolf dort dauerhaft bleiben könne. Das Tier war am vergangenen Wochenende zunächst am westlichen Hamburger Stadtrand gesehen worden. Nach Behördenangaben tauchte es dann am Montag in eine Einkaufspassage im dicht besiedelten Stadtteil Altona auf. Dort kam es dann laut den Behörden zu dem Vorfall mit der Frau. Nach dpa-Information war dem Tier der Weg aus der Passage heraus durch gläserne Automatiktüren versperrt. Die Frau habe dem Tier helfen wollen. Wie Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) sagte, wurde die Frau durch das Tier verletzt. «Wir haben nun das erste Mal die Situation, dass wir eine durch Wolf verursachte Bissverletzung haben», sagte sie. Das Bundesamt für Naturschutz sprach vom ersten Fall seit der «Etablierung» des Wolfes im Jahr 1998. «Seit der Rückkehr der Art nach Deutschland wurde kein Mensch durch einen Wolf verletzt», so das Bundesamt. Zur Schwere der Verletzung machte die Senatorin keine Angaben. Die Frau habe das Krankenhaus aber nach kurzer ambulanter Behandlung wieder verlassen können. Fegebank geht von einer «Angstreaktion» des Tieres aus. Der Wolf habe sich über anderthalb Tage «vollkommen arttypisch» verhalten und «sich eher vorsichtig und menschenscheu» bewegt, sagte sie. «Und dann treibt es ihn mitten in das urbane Zentrum.» Der Wolf war nach dem Vorfall in Altona noch bis in die Innenstadt gelaufen und dort am Jungfernstieg von der Polizei eingefangen worden. Bis zu seinem Transport nach Niedersachsen war er im Wildgehege Klövensteen im Westen Hamburgs untergebracht und tiermedizinisch versorgt worden. Nach Angaben von Umweltstaatsrätin Stefanie von Berg (Grüne) könne man davon ausgehen, dass der Wolf auf der Suche nach einem neuen Revier in die Stadt gekommen sei und dann die Orientierung verloren habe. «Das ist die Erklärung dafür, dass er immer weiter rein gegangen ist, anstatt umzudrehen», sagte sie. Am Nachmittag waren nach Angaben Fegebank auch eine Tötung des Tieres sowie seine Freilassung als mögliche Optionen mit Experten beraten worden. Mit Blick auf eine mögliche Wiederholung eines solchen Vorfalls sagte sie: «Das ist eine Situation, die ich mir nicht verzeihen würde.»Senatorin: Erste durch Wolf verursachte Bissverletzung
Wolf soll Angstreaktion gezeigt haben
Auch Tötung des Tieres würde diskutiert
Bildnachweis: © Bernd Weißbrod/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Nach Angriff: Wolf ist in Wildtierstation in Niedersachsen
Es ist wohl das erste Mal seit der Rückkehr der Wölfe nach Deutschland, dass ein Tier einen Menschen verletzt. Der Fall in Hamburg stellte die Behörden vor eine Entscheidung.
Meistgelesene Artikel
- 23. April 2026
Tankstelle überfallen (Jüterbog)
Der Polizei ist am Mittwochabend der Überfall auf eine Tankstelle in Jüterbog gemeldet worden. Nach derzeitigem...
- 13. Mai 2026
Mann angegriffen (Dahme/Mark, Dahme, Südhag)
Die Rettungsleitstelle hat die Polizei am späten Dienstagabend über eine verletzte Person informiert, die Opfer einer...
- 22. April 2026
Sexueller Missbrauch von Zwölfjähriger - Mann in U-Haft
Ein 22-Jähriger soll ein Kind über einen Messenger kontaktiert und missbraucht haben. Wie das mutige Handeln der Zwölfjährigen zur Festnahme führte.
Neueste Artikel
- 19. Mai 2026
Suche nach Vermissten in Görlitz geht weiter
Noch immer suchen Helfer in den Trümmern eines eingestürzten Hauses nach drei Menschen, die dort möglicherweise verschüttet wurden. Warum fast jede Suchbewegung auch ein Risiko birgt.
Gemeinsam mit China schickt Europa «Smile» ins All: Der Satellit soll neue Erkenntnisse zu Sonnenstürmen, Polarlichtern und dem unsichtbaren Schutzschild der Erde liefern.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 19. Mai 2026
Suche nach Vermissten in Görlitz geht weiter
Noch immer suchen Helfer in den Trümmern eines eingestürzten Hauses nach drei Menschen, die dort möglicherweise verschüttet wurden. Warum fast jede Suchbewegung auch ein Risiko birgt.
Gemeinsam mit China schickt Europa «Smile» ins All: Der Satellit soll neue Erkenntnisse zu Sonnenstürmen, Polarlichtern und dem unsichtbaren Schutzschild der Erde liefern.

