Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus hat Kritik an seiner Rolle bei dem vergeblichen Rettungsversuch des mehrfach an der Ostseeküste gestrandeten Wals zurückgewiesen. «Ich habe verantwortungsbewusst gehandelt», sagte der SPD-Politiker «Stern.de». Das der Wal tot an der dänischen Insel Anholt angespült wurde, mache ihn traurig. «Ihn zu retten, war meine große Hoffnung.» Die Möglichkeit, dass der Wal durch die Aktion nur länger gelitten habe, wollte Backhaus so nicht gelten lassen: «Bei allem Wohlwollen, da habe ich einen anderen Anspruch. Tiere haben für mich eine Bedeutung. Man sollte ihnen helfen, wenn man ihnen helfen kann. Er sollte seine Chance bekommen.» Es sei ihm aber immer klar gewesen, dass es sich um ein Wildtier gehandelt habe, sagte der Politiker. «Was man wissen muss: Er war ein junger Wal, ein Jüngling, der sich verirrt hat. Er hatte Hilfe verdient. Er hatte sein Leben noch vor sich.» Dass er die umstrittene Rettungsaktion trotz anderslautender Empfehlungen von Wissenschaftlern zuließ, habe nichts mit dem öffentlichen Druck und der im September anstehenden Landtagswahl zu tun gehabt. «Die Wahl hat keine Rolle für mich gespielt, das sage ich in aller Klarheit.» Zwar habe er unter Druck gestanden. «Ich habe mich davon aber nicht leiten lassen, sondern ich habe mich sachlich mit dem Thema auseinandergesetzt.» Zudem habe er sich bei seinen Entscheidungen auch von zwei «ausgemachten, absoluten Wissenschaftlern» beraten lassen, die nichts mit der Initiative zu tun gehabt hätten, sagte Backhaus. Namen wollte er allerdings nicht nennen. «Sie haben mich gebeten, das nicht zu tun. Sie haben Angst vor Drohungen», sagte er. «Ernstzunehmende Leute haben gesagt, ich habe es richtig gemacht.» Als skurril habe er die ganze Aktion nicht empfunden. Mit dem Begriff habe er «ein Problem». «Wir haben versucht, ein junges Tier, das lebensfähig ist, in seinen Lebensraum zurückzubringen.» Er finde es wichtig, an Ethik und Moral zu glauben, und gab zu bedenken. «Stellen Sie sich mal vor, die Evolution wäre andersherum verlaufen. Dann hätte der Wal entschieden, ob Sie gerettet werden.»Minister: Er war ein Jüngling, der sich verirrt hat
Mit dem Begriff «skurril» hat Backhaus «ein Problem»
Bildnachweis: © Christopher Hirsch/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Backhaus und der Wal - «Er hatte sein Leben noch vor sich»
Ein junger Wal strandet – und die Rettung misslingt. Warum Minister Backhaus trotz Kritik an der Aktion weiter zu seinem Handeln steht.
Meistgelesene Artikel
Ab dem Wochenende deutet sich laut DWD eine Wetterberuhigung an. Zuvor bleibt das Unwetter-Risiko bestehen.
- 18. Juni 2026
Blaualgen im Vordersee Dobbrikow
Gesundheitsamt warnt vor Nutzung der Badestelle
- 22. Juni 2026
Hügelregion von Salt Lake City in Flammen
Im Westen der USA brennen wieder Hügel. In der Nähe befindet sich eine Universität. Feuerwehrleute haben ganz besondere Umstände vor Ort.
Neueste Artikel
- 17. Juli 2026
Warum junge Frauen plötzlich Glatze tragen
Der US-amerikanische Rapper Pitbull trägt schon fast immer Glatze. Jetzt tun es auch seine Fans - mit großer Ambition.
- 17. Juli 2026
Mordvorwürfe: Klinik-Arzt vor Gericht
Der Verdacht wiegt schwer: Hat ein Arzt der Medizinischen Hochschule Hannover Patienten gegen deren Willen mit Medikamenten getötet - oder es in einem Fall versucht?
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 17. Juli 2026
Warum junge Frauen plötzlich Glatze tragen
Der US-amerikanische Rapper Pitbull trägt schon fast immer Glatze. Jetzt tun es auch seine Fans - mit großer Ambition.
- 17. Juli 2026
Mordvorwürfe: Klinik-Arzt vor Gericht
Der Verdacht wiegt schwer: Hat ein Arzt der Medizinischen Hochschule Hannover Patienten gegen deren Willen mit Medikamenten getötet - oder es in einem Fall versucht?

