5. Mai 2026 / Aus aller Welt

Amokfahrt in Leipzig: Was wir wissen - und was nicht

Ein Auto rast in Leipzig in eine Menschenmenge: Es gibt zwei Tote und sechs Verletzte. Das Motiv des 33 Jahre alten Fahrers ist unklar. Was die Ermittler bislang wissen – und was im Dunkeln liegt.

Nach der mutmaßlichen Amokfahrt in Leipzig sind weiterhin viele Fragen offen.
Veröffentlicht am 5. Mai 2026 um 18:26 Uhr von dpa

Nach der Amokfahrt in Leipzig mit zwei Todesopfern und drei Schwerverletzten soll der Fahrer des Autos heute einem Haftrichter vorgeführt werden. Der 33-Jährige deutsche Staatsbürger war am Montagabend unmittelbar nach der Tat festgenommen worden. Das Motiv des Mannes ist noch unklar. 

Was wir wissen

• Die Tat: Der Täter fuhr nach Polizeiangaben mit dem Fahrzeug gegen 16.45 Uhr am Montag über den Augustusplatz in die Grimmaische Straße und dort weiter bis über den Markt hinaus. Dabei erfasste er mehrere Menschen mit seinem Wagen. Der Fahrer brachte das Auto anschließend selbst zum Stillstand. Er ließ sich laut Polizei widerstandslos festnehmen.

• Die Opfer: Bei den beiden Todesopfern handelt es sich laut Polizei um eine 63-jährige Frau und einen 77-jährigen Mann. Beide seien deutsche Staatsangehörige gewesen. Sechs Menschen im Alter von 21 bis 87 Jahren wurden verletzt, darunter mit einem 75 Jahre alten Mann und einer 84 Jahre alten Frau zwei Schwerverletzte.

• Der Täter: Der Mann wohnt in der Region Leipzig. Er ist nur wenige Tage zuvor in stationärer Behandlung in einer psychiatrischen Einrichtung gewesen. Wie das Sozialministerium in Dresden bestätigte, hielt sich der 33-Jährige auf eigenen Wunsch freiwillig in der Klinik auf. Nach Ministeriumsangaben war er Ende April entlassen worden. Nach dpa-Informationen war der Mann vor der Tat polizeibekannt, unter anderem wegen Bedrohung und ehrverletzender Delikte im sozialen Umfeld. Dabei handelt es sich um Vorfälle ohne körperliche Gewalt, etwa Beleidigungen oder Herabwürdigungen. Ermittlungs- oder Strafverfahren waren daraus bislang nicht hervorgegangen.

• Das Motiv: Die Polizei geht nach bisherigen Erkenntnissen nicht von einem politischen oder religiösen Motiv des Täters aus. Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) hatte bereits am Abend von einem mutmaßlichen Einzeltäter gesprochen. «Wenn wir von einer Amokfahrt sprechen, dann spricht das für eine Tat, die in wütendem, rasendem Zustand geschieht und oft auch mit einer psychischen Labilität. Ob das in diesem Fall zutrifft, werden Polizei und Staatsanwaltschaft klären», sagte er. 

• Die Ermittlungen: Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes in zwei Fällen und mehrfachen Mordversuchs. Ein Ermittlungsrichter ordnete die Unterbringung des 33-jährigen Deutschen in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Es gibt dringende Gründe dafür, dass der Beschuldigte die Tat «im Zustand der zumindest erheblich verminderten Schuldfähigkeit» begangen habe, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Nach bisherigen Erkenntnissen sei es wahrscheinlich, «dass der Beschuldigte aufgrund seines Zustandes weitere erhebliche rechtswidrige Taten vergleichbarer Schwere begehen wird».

Was wir nicht wissen

• Das Motiv: Das Motiv des 33 Jahre alten Mannes ist unbekannt.

• Die weiteren Hintergründe: Es liegen weiterhin keine gesicherten Informationen über persönliche Hintergründe oder mögliche Auslöser der Tat vor.


Bildnachweis: © Hendrik Schmidt/dpa
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