26. Juni 2026 / Aus aller Welt

Aktuelle Hitzewelle ohne Klimawandel «praktisch unmöglich»

Eine Hitzewelle wie zurzeit wäre vor einigen Jahrzehnten Forschern zufolge zu dieser Jahreszeit noch nicht möglich gewesen. Schuld ist eine schon lange bekannte Krise.

Forscher haben berechnet, welchen Anteil der Klimawandel an der aktuellen Hitzewelle hatte.
Veröffentlicht am 26. Juni 2026 um 12:32 Uhr von dpa

Die aktuelle Hitzewelle in West- und Mitteleuropa wäre in diesem Ausmaß ohne den Effekt des Klimawandels Forschern zufolge nahezu ausgeschlossen. Sowohl die aktuellen Tageshöchsttemperaturen als auch die Nachttemperaturen wären zu dieser Jahreszeit vor 50 Jahren «praktisch unmöglich», betonen die Wissenschaftler der Organisation World Weather Attribution – und auch zu anderen Jahreszeiten unwahrscheinlich. Eine Hitzewelle im damaligen Klima wäre rund 3,5 Grad weniger heiß gewesen, heißt es. Der Klimawandel sei der maßgebliche Treiber hinter den rekordverdächtigen aktuellen Temperaturen.

Die Klimaforscher um die deutsche Wissenschaftlerin Friederike Otto, die am Imperial College London forscht, berechnen bei Extremwetterereignissen, welchen Anteil der Klimawandel daran hat. Dafür nutzen sie etwa tatsächlich beobachtete Daten und vergleichen diese mit historischen Daten sowie Modellierungen dazu, wie sich bestimmte Szenarien ohne den Effekt der Erderwärmung entwickelt hätten.

«Wir klingen wie eine kaputte Schallplatte»

Mit Blick auf die aktuellen Extremtemperaturen berechnete das Team, dass die hohen Nachttemperaturen im heutigen Klima rund 100-mal wahrscheinlicher geworden sind, als sie es noch im Jahr 2003 waren – einem Jahr, in dem Europa ebenfalls eine heftige Hitzewelle erlebte. Die derzeit gemessenen Tageshöchsttemperaturen sind demnach in dieser Zeit rund zehnmal wahrscheinlicher geworden. 

Die Forscher schlossen zudem aus, dass das erwartete natürliche Klimaphänomen El Niño eine Rolle für die aktuelle Hitzewelle spielt. Es hat eher weniger Auswirkungen auf das Klima in Europa. 

«Wissenschaftler wie ich klingen langsam wie eine kaputte Schallplatte», betont Friederike Otto laut Mitteilung. «Ja, das ist der Klimawandel, ja, wir sind dafür verantwortlich, nein, es liegt nicht an El Niño, ja, wir haben die Lösungen, nein, wir setzen sie nicht schnell genug um.»


Bildnachweis: © Patrick Pleul/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Seestrand Senftenberg wird modernisiert und erweitert: Zweckverband Lausitzer Seenland erhält 1,66 Millionen Euro
Kommunen

Der Seestrand Senftenberg wird modernisiert und touristisch ausgebaut: Die Chefin der Staatskanzlei, Ministerin Kathrin...

weiterlesen...
Jäger tödlich verletzt (Nuthe-Urstromtal, Jänickendorf, Waldgebiet)
Polizeimeldung

Am Sonntagabend waren zwei 56 und 82 Jahre alte Männer gemeinsam im Wald bei Jänickendorf auf Jagd. Dabei sollen nach...

weiterlesen...
Wohnhaus in Brand (Blankenfelde-Mahlow, Mahlow, Beethovenstraße)
Polizeimeldung

Die Polizei ist in der Nacht zu Donnerstag durch die Rettungsleitstelle über einen Brand in der Beethovenstraße in...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Mann stirbt in Tigergehege in England
Aus aller Welt

In einem Zoo im Norden Englands spielt sich ein dramatischer Vorfall ab. Ein Mann gerät in direkten Kontakt mit einem Sibirischen Tiger - für ihn kommt jede Hilfe zu spät.

weiterlesen...
USA: Vier Tote und etliche ohne Strom durch Sturm «Isaias»
Aus aller Welt

In mehreren Bundesstaaten im Süden der USA herrscht nach Ankunft von Sturm «Isaias» Ausnahmezustand. Mehrere Menschen kommen ums Leben. In den Metropolen an der Ostküste dürfte es sehr nass werden.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Mann stirbt in Tigergehege in England
Aus aller Welt

In einem Zoo im Norden Englands spielt sich ein dramatischer Vorfall ab. Ein Mann gerät in direkten Kontakt mit einem Sibirischen Tiger - für ihn kommt jede Hilfe zu spät.

weiterlesen...
USA: Vier Tote und etliche ohne Strom durch Sturm «Isaias»
Aus aller Welt

In mehreren Bundesstaaten im Süden der USA herrscht nach Ankunft von Sturm «Isaias» Ausnahmezustand. Mehrere Menschen kommen ums Leben. In den Metropolen an der Ostküste dürfte es sehr nass werden.

weiterlesen...