Italien nimmt Abschied von seinem bekanntesten Modemacher Giorgio Armani. In der Zentrale des Armani-Konzerns in Mailand, wo er seit vielen Jahren regelmäßig seine neuen Kollektionen zeigte, verneigten sich mehr als 6.000 Menschen vor dem aufgestellten Sarg. Die Schlange von Wartenden reichte weit hinaus auf die Straße. Unter den Trauernden war auch die Modemacherin Donatella Versace. Armani war am Donnerstag im Alter von 91 Jahren gestorben. Der Sarg steht noch bis Sonntagabend im Teatro Armani, wo er bislang fast immer persönlich seine großen Modeschauen präsentierte. In diesem Sommer war er aus Gesundheitsgründen erstmals nicht mehr dabei. Der Modeschöpfer wohnte nur einige Häuser weiter, in einer der elegantesten Straßen der Millionenstadt im Norden Italiens. Seinen Konzern hatte er vor genau 50 Jahren gegründet. Noch in diesem Monat soll in Mailand eine Ausstellung zu seinem Lebenswerk beginnen. Bei der Eröffnung wollte er eigentlich selbst dabei sein. Den Sommer hatte Armani noch in einer seiner Villen in Saint-Tropez an der französischen Côte d'Azur verbracht. Für diesen Monat hatte er sein Comeback angekündigt - daraus wurde aber nichts mehr. Der Sarg wurde am Morgen mit einem Leichenwagen in das Gebäude gebracht. Aus der wartenden Menge gab es viel Applaus. Die Beisetzung soll am Montag im kleinen Kreis stattfinden. Armani starb am Donnerstag, nachdem ihm die Gesundheit bereits seit einigen Monaten zu schaffen gemacht hatte. Im Juni und Juli hatte er die Teilnahme an seinen Schauen absagen müssen. Der Saal, in dem der Sarg steht, ist abgedunkelt. Erleuchtet wird er von mehreren Hundert Papierlaternen. Auf einer großen Leinwand ist neben einem großen Foto, das Armani am Ende einer Modeschau zeigt, in italienischer Sprache zu lesen: «Das Vermächtnis, das ich hinterlassen möchte, besteht aus Engagement, Respekt und Aufmerksamkeit für Menschen und die Realität. Damit beginnt alles.» Auf dem Sarg liegt ein Strauß weißer Rosen. Armani gehörte jahrzehntelang zu den wichtigsten Modemachern der Welt. Nach den ersten Jahren, in denen er für andere Häuser arbeitete, gründete er Mitte der 70er Jahre mit seinem Partner Sergio Galeotti die Giorgio Armani SpA. Das war die Keimzelle eines Konzerns, der heute viele Milliarden wert ist. Das Geld kam anfangs durch Mode herein, dann auch durch Accessoires, Parfüms und Hotels. Nach Galeottis frühem Tod 1985 gehörte das Unternehmen Armani allein. Wie es mit dem Konzern weitergeht, ist noch nicht bekannt. Der Modemacher soll aber Pläne für seine Nachfolge hinterlassen haben. Nach italienischen Medienberichten soll nach der Beerdigung innerhalb von 14 Tagen sein Testament eröffnet werden.Viel Applaus für Sarg bei Ankunft
Hunderte Papierlaternen in abgedunkeltem Raum
Testament soll noch diesen Monat eröffnet werden
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Tausende nehmen Abschied von Armani
Der Sarg steht in dem Saal, in dem der Modemacher früher seine Defilees abnahm. Die Beerdigung ist für Montag in kleinem Kreis geplant. Danach soll das Testament eröffnet werden.
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