2. Juni 2026 / Aktuell

Zukunft im Handwerk: Bildungstag in der Baruther Glashütte

Kulturstaatssekretär Dünow besucht Museumsdorf und nimmt an Podiumsdebatte beim Bildungstag des Freiwilligendienstes „Kultur trifft Handwerk“ teil

Veröffentlicht am 2. Juni 2026 um 14:37 Uhr von Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur

Kulturstaatssekretär Tobias Dünow hat heute eine Schauvorführung im Glasstudio des Museumsdorfs Baruther Glashütte (Teltow-Fläming) besucht und anschließend an der Podiumsdebatte beim Bildungstag des Jugendfreiwilligendienstes „Kultur trifft Handwerk“ teilgenommen: „Die Baruther Glashütte ist aus mindestens zwei Gründen ein außergewöhnlicher Ort. Zum einen steht sie wie kein anderer Ort in Brandenburg für das immaterielle Kulturerbe der manuellen Glasfertigung. Dass dieses Handwerk mittlerweile Teil des immateriellen Kulturerbes der Menschheit ist, ist maßgeblich das Verdienst des Museumsvereins Glashütte. Darauf können die Baruther und der Verein mit Recht stolz sein. Zum anderen gehört das Glasstudio im Museumsdorf seit 2024 zu den ersten Einsatzstellen für das neue Freiwilligenformat ‚Kultur trifft Handwerk‘ – ein deutschlandweit einmaliges Format aus Brandenburg. Ohne Buchdrucker gäbe es keine Literatur, ohne Orgelbauerinnen keine Kirchenmusik, ohne Bühnenbildner kein Theatererlebnis: Wer sich für Kultur begeistert, ist im Handwerk genau richtig. Vielen Dank an die Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung Brandenburg für diese fabelhafte Initiative, die wir als Kulturministerium gern unterstützen!“

Der von der Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung Brandenburg betreute Freiwilligendienst „Kultur trifft Handwerk“ ist der erste seiner Art in Deutschland. Seit 2024 können Interessierte ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in kulturorientierten Handwerksberufen absolvieren, darunter auch im Glasstudio des Museums. Mit diesem Konzept werden jungen Menschen sonst eher wenig bekannte kulturorientierte Gewerke nähergebracht. Für landesweit sieben Plätze im FSJ-Jahr 2026/27 – neben dem Glasstudio unter anderem auch in einer Theaterwerkstatt, einer Buchdruckerei und einem Keramikatelier – stellt das Kulturministerium rund 160.000 Euro bereit. Beim Podium des Bildungstags diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Handwerk und Praxis ab 15:00 Uhr über Zukunftsperspektiven. Weitere Informationen: www.lkj-brandenburg.de/kth-projekt

Die 1716 auf Initiative des Grafen Friedrich zu Solms-Baruth entstandene Baruther Glashütte ist einer der bedeutendsten technikhistorischen Museumsstandorte des Landes. Das Technische Denkmal mit Hüttengebäuden aus den Jahren 1844 und 1861 bildet zusammen mit Arbeiterhäusern, Gasthof und Alter Schule ein parkähnliches Ortsensemble inmitten des Naturschutzgebietes Baruther Urstromtal. Die Spezialität der „Solmsschen Glasfabrik“ war von 1830 bis 1948 Beleuchtungsglas. In der Blütezeit der Hütte stellten 200 Glasarbeiter jährlich Millionen Glaszylinder und Milchglasschirme her. Der 1866 in Baruth geborene Reinhold Burger entwickelte als Glastechniker die Thermoskanne und die Röntgenröhre. Das Museumsdorf Baruther Glashütte entstand nach der Stilllegung des VEB Glashütte im Jahr 1980. Der Verein zur Rettung und Pflege des Industriedenkmals wurde 1991 gegründet. Das Museum in der historischen Ofenhalle mit praktizierendem Glasstudio führt in die 300-jährige Geschichte des Ortes und in 3.000 Jahre Glasherstellung ein. Die manuelle Glasfertigung wurde 2015 auf Initiative des Museums Baruther Glashütte in das deutsche Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes eingetragen, 2023 wurde sie in das internationale UNESCO-Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Das Kulturministerium unterstützt in diesem Jahr die Vermittlungsarbeit des immateriellen Kulturerbes der manuellen Glasfertigung mit 50.000 Euro aus dem Museumsstrukturprogramm sowie mit weiteren 60.000 Euro die Personalkosten im Museumsdorf Baruther Glashütte. Weitere Informationen: www.baruther-glashuette.de

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