3. Februar 2026 / Aktuell

Zeitreise durch Teltow-Fläming: Der Archäologentag begeistert in Luckenwalde

Rund 150 Gäste erleben Archäologie von der Steinzeit bis ins 19. Jahrhundert

Veröffentlicht am 3. Februar 2026 um 08:24 Uhr von Kreisverwaltung Teltow-Fläming

Von bronzezeitlichen Urnen über germanische Gewandschließen bis zu den Schlachtfeldern der Befreiungskriege: Der 27. Archäologentag Teltow-Fläming nahm rund 150 interessierte Besucherinnen und Besucher mit auf eine eindrucksvolle Reise durch die Geschichte des Landkreises. Landrätin Kornelia Wehlan eröffnete die Veranstaltung mit einem Grußwort. Darin verwies sie auf die lange und vielschichtige Kulturgeschichte der Region und hob die Bedeutung der archäologischen Denkmalpflege hervor, die angesichts zahlreicher Bauvorhaben stetig vor neuen Herausforderungen steht.

Der Sachgebietsleiter der Unteren Denkmalschutzbehörde, Dr.-Ing. Konstantin Wächter, informierte über die steigende Zahl an Anträgen sowie über die personelle Verstärkung der Bodendenkmalpflege. Die fachliche Leitung der Veranstaltung übernahm der Archäologe Dr. Stefan Pratsch, der durch das Programm führte.

Sechs Vorträge – von der Steinzeit bis zu den Befreiungskriegen

In insgesamt sechs Vorträgen wurde ein spannender Querschnitt der archäologischen Arbeiten des vergangenen Jahres vorgestellt. Dabei zeigte sich einmal mehr, dass auch im Jahr 2025 spektakuläre Entdeckungen gelungen sind, die neue Einblicke in die Vergangenheit ermöglichen. Neben hauptberuflichen Archäologinnen und Archäologen kamen auch engagierte Ehrenamtliche zu Wort.

Den Auftakt machte Bianca Piper vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum (BLDAM). Sie präsentierte Funde, die beim Ausbau einer 11,5 Kilometer langen Trasse zwischen Jüterbog und Werbig zutage traten. Dabei wurden nicht nur drei bereits bekannte Bodendenkmale angeschnitten, sondern auch zehn bislang unbekannte entdeckt. Zu den herausragenden Funden zählt eine Urne in Form einer sogenannten Kegelhalsterrine – ein Gefäßtyp der Lausitzer Kultur, der in die Zeit um 1000 v. Chr. datiert.

Frank Georgi widmete sich Funden aus systematischen Feldbegehungen auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Anhand germanischer Bügelfibeln, kunstvoll gearbeiteter Gewandschließen aus der Zeit der Völkerwanderung, zeigte er überraschende kulturelle Verbindungen auf, die bis weit in den heutigen Thüringer Raum reichten.

Mit der Untersuchung einer mittelalterlichen Wüstung bei Buckow stellte Thomas Gantzkow ein Dorf vor, das im 14. Jahrhundert aufgegeben wurde. Er lud das Publikum dazu ein, eigene Gedanken zur Deutung der freigelegten baulichen Reste einzubringen. Noch nicht alle Fragen beantwortet sind auch bei den Forschungen zum Gutshof Dahlewitz: Mit der provokanten Frage »Wo ist das Mittelalter?« machte Dr. Nicola Hensel deutlich, dass die älteren Strukturen der Anlage weiterhin Rätsel aufgeben.

Einen detailreichen Einblick in die Kampfhandlungen des Jahres 1813 bei Wietstock bot Christian Golze. Abgerundet wurde das Vortragsprogramm durch einen Überraschungsbeitrag von Dr. Johanna Brather, die den Fund einer kaiserzeitlichen Münze vorstellte. Besonders bemerkenswert: Das Geldstück hatte eine erstaunliche Reise von der römischen Grenzstadt Viminatium im heutigen Serbien bis nach Brandenburg hinter sich.

Ehrenamtliches Engagement unverzichtbar

Ein besonderes Augenmerk galt auch in diesem Jahr den rund 25 ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegern und -pflegerinnen des Landkreises. Mit großem Engagement, Sachkenntnis und Ausdauer melden sie regelmäßig bedeutende Funde und unterstützen die Untere Denkmalschutzbehörde bei wichtigen Aufgaben. Dazu gehören Geländebegehungen, die Fundabsuche auf frisch bestellten Feldern oder das Sieben von Baugrubenaushub, um verborgene archäologische Zeugnisse zu sichern.

Archäologie zum Anfassen

Ergänzend zu den Vorträgen konnten die Besucherinnen und Besucher in den Pausen eine kleine Ausstellung mit ausgewählten Neufunden aus aktuellen Grabungen besichtigen. Gut besuchte Büchertische mit themenbezogener Fachliteratur sowie Nachbildungen archäologischer Objekte luden zum Stöbern ein.

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