Die im Jagdjahr 2024/25 im Land Brandenburg erzielten Schwarzwild-Jagdstrecken liegen mit plus 29 Prozent deutlich über denen aus dem Vorjahr. Bei Rotwild, Damwild und Rehwild sind die Strecken im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Die Jagdstrecken beim Muffelwild gehen mit nur noch 15 Erlegungen beziehungsweise Fallwildfunden weiter zurück. Insgesamt wurden im Jagdjahr 2024/25 119.219 Stück Schalenwild erlegt, 8.135 Stück mehr als im vorangegangenen Jagdjahr.
Die Rotwildstrecke ging mit 6.205 Stück im Vergleich zum Vorjahr um 438 Stück zurück. Dies entspricht einer Differenz von 7 Prozent. Deutliche Rückgänge sind in den Landkreisen Uckermark mit 153 Stück und Ostprignitz-Ruppin mit 131 Stück weniger als im Vorjahr zu verzeichnen. In den Landkreisen Dahme-Spreewald, Havelland, Prignitz und Potsdam-Mittelmark stiegen die Strecken um bis zu 51 Prozent an.
Beim Damwild meldeten die unteren Jagdbehörden eine Gesamtstrecke von 7.440 Stück, 1.430 weniger als im Vorjahr. Dies entspricht einem Minus von 16 Prozent. Wie im vorangegangenen Jagdjahr wurde der Großteil der Strecke in den Landkreisen Oberhavel (34 Prozent), Uckermark (27 Prozent) und Potsdam-Mittelmark (15 Prozent) erzielt.
Nach einer leichten Zunahme im vorangegangenen Jagdjahr steigt die Schwarzwild-Jagdstrecke im Jagdjahr 2024/25 deutlich an. Mit 60.208 Stück wurden 13.608 Wildschweine mehr erlegt als im Vorjahr – das entspricht einem Plus von 29 Prozent. Die höchsten Streckenzuwächse weisen die Landkreise Havelland mit 80 Prozent und Potsdam-Mittelmark mit 59 Prozent sowie die Stadt Potsdam mit 60 Prozent auf. In den Landkreisen Uckermark, Potsdam-Mittelmark und Havelland wurden die höchsten Strecken erzielt.
Die Rehwild-Jagdstrecke ist mit 45.351 erlegten Stück rückläufig: Es wurden 3.577 weniger Rehe als im Vorjahr erlegt, ein Rückgang um 7 Prozent. In den Landkreisen Oberspreewald-Lausitz und Oberhavel sind die Rückgänge mit 25 bzw. 20 Prozent am höchsten. In der Stadt Cottbus wurden 35 Stück mehr erlegt als im Vorjahr. Angesichts der Gesamtstrecke von 173 Stück Rehwild entspricht dies einem Zuwachs von 25 Prozent. Der Anteil des Unfallwildes an der Gesamtstrecke ist mit 4.045 Stück im Jagdjahr 2024/25 besonders hoch. Ein Grund, auf die Gefahren für Leib und Leben bei Begegnungen mit Wild im Straßenverkehr hinzuweisen und weiter um die erhöhte Aufmerksamkeit aller Verkehrsteilnehmer zu bitten.
Die Streckenentwicklung beim Raubwild weist erneut einen Anstieg auf. Mit 73.123 Stück wurden 11.862 (plus 19 Prozent) Stück Raubwild mehr erlegt als im vorangegangenen Jagdjahr. Mit einem Plus von 32 Prozent, beziehungsweise 10.585 ist die Waschbär-Jagdstrecke am stärksten gestiegen und erreicht gleichzeitig ein Allzeit-Hoch. Beim Steinmarder (988 Stück) liegt die Jagdstrecke etwa auf Vorjahresniveau. Die Jagdstrecke von Fuchs (21.991 Stück) und Dachs (3.569 Stück) weisen einen leichten Anstieg von 4 beziehungsweise 5 Prozent auf. Beim Marderhund (2.836 Stück, plus 8 Prozent) und beim Mink (45 Stück, plus 15 Prozent) fällt der Streckenzuwachs deutlicher aus. Die invasiven Arten Waschbär, Mink und Marderhund machen 63 Prozent der gesamten Raubwildjagdstrecke im Land Brandenburg aus.
Die Niederwild-Jagdstrecke befindet mit 8.152 Stück rund 9 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Es kamen 1.183 Feldhasen zur Strecke, das sind 9 Prozent (122 Stück) weniger als im vorangegangenen Jagdjahr. Die Zahl der erlegten Kaninchen sinkt weiter auf noch 27 Stück, ein Minus von 21 Prozent. Beim Fasan setzt sich der Streckenzuwachs mit einem Plus von 5 Prozent fort; die Jagdstrecke steigt um 37 erlegte Fasane auf 846 Stück. Während bei den Enten (Stockenten) eine leichter Rückgang von 2 Prozent auf 3.115 Stück zu verzeichnen ist, fällt das Minus bei den Gänsen – vorwiegend Graugänse – mit 12 Prozent auf 2.475 Stück deutlicher aus. Noch weiter sinkt die Strecke der Ringeltauben mit 506 Stück. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 260 Tauben weniger erlegt – ein Minus von 34 Prozent.
Die invasiven Arten Nutria und Bisam unterlagen im Jagdjahr 2024/25 nicht dem Jagdrecht. Dennoch können die Jägerinnen und Jäger im Rahmen des Tierschutz- und des Naturschutzrechts Bisam und Nutria bekämpfen und einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Hochwasserschutzanlagen und Gewässer leisten. Dabei wurden 2.575 Nutria und 94 Bisam zur Strecke gebracht. Die Bisam- und Nutriajäger der Gewässerunterhaltungsverbände Brandenburgs erlegten im Rahmen ihrer Tätigkeit zusätzlich 247 Bisam und 1.736 Nutria.

Die Schalenwildstrecke bleibt auf einem hohen Niveau. Neben dem engagierten Einsatz der Jägerinnen und Jäger zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest wird die Vermeidung von Wildschäden in der Land- und Forstwirtschaft, insbesondere zum Aufbau klimaresilienter Wälder ein zentrales Thema für die Jägerschaft bleiben. Das Management und die Jagd auf invasive Wildarten wie zum Beispiel Waschbär ist dank des Engagements vieler Jägerinnen und Jäger mittlerweile in vielen Regionen des Landes etabliert. Damit wird ein wichtiger Beitrag zum Schutz bedrohter Arten geleistet und die Artenvielfalt gefördert.
Die Jagdstrecken der letzten Jahre finden Sie hier: https://mleuv.brandenburg.de/mleuv/de/umwelt/jagd/jagdstatistik/jagdstrecken/

