Die Brandenburger Landestierschutzbeauftragte Dr. Anne Zinke hat eine Kampagne für den Schutz der Igel gestartet. Mähroboter – ebenso wie Rasentrimmer, Motorsensen und Freischneider – erleichtern zwar die Gartenarbeit erheblich, bergen jedoch zugleich ein beträchtliches Gefahrenpotenzial für Wildtiere. Besonders betroffen ist der Igel, aber auch Amphibien und bodenbrütende Vogelarten sind gefährdet. Der Grund: Die Geräte können lebensbedrohliche Schnittverletzungen verursachen.
Moderne Mähroboter arbeiten nahezu lautlos, viele Modelle navigieren inzwischen per Kamera oder Satellit. Doch ihre Verbreitung führt zu einem wachsenden Tierschutzproblem. Die autonom fahrenden Maschinen erkennen trotz Sensortechnik kleine Tiere oft nicht zuverlässig. Treffen sie auf ein Wildtier, kommt es häufig zu schweren oder tödlichen Verletzungen.
Besonders kritisch ist der Einsatz in der Dämmerung oder nachts, wenn dämmerungs- und nachtaktive Tiere wie Igel unterwegs sind. Igel fliehen bei Gefahr nicht, sondern rollen sich ein und vertrauen auf ihre Stacheln. Gegen die scharfen Klingen eines Mähroboters bietet dieses Verhalten jedoch keinen Schutz. Die Geräte fahren trotz Sensortechnik über die Tiere hinweg, was zu tiefen Schnittwunden, Verstümmelungen und nicht selten zu Amputationen führt. Ähnliche Verletzungen entstehen durch handgeführte Schneidwerkzeuge wie Rasentrimmer, Freischneider oder Motorsensen.
Viele verletzte Igel werden in Auffangstationen oder Tierarztpraxen abgegeben. Doch selbst bei schneller Hilfe sind die Verletzungen oft so gravierend, dass die Tiere eingeschläfert werden müssen. Da Igel keine Schmerzlaute äußern und sich bei Verletzungen verstecken, bleiben viele Opfer unentdeckt und sterben im Verborgenen.
Die Ursachen für den Rückgang der Igelbestände sind überwiegend vom Menschen verursacht. Neben der großen Zahl überfahrener Tiere im Straßenverkehr führen die zunehmende Versiegelung von Flächen, ausgeräumte Agrarlandschaften ohne Hecken und Gehölze sowie übermäßig gepflegte Gärten und sterile Schottergärten dazu, dass der Igel immer weniger geeigneten Lebensraum findet. Hinzu kommt ein weiteres Problem: Der Einsatz von Mährobotern und anderen elektrischen Mähgeräten in Gärten und Grünanlagen stellt eine wachsende Gefahr für den Igelbestand dar und trägt erheblich zu seinem Rückgang bei.
Deshalb beteiligt sich die Gemeinde Rangsdorf an der Aktion des Landes Brandenburg und bittet die Rangsdorfer*innen darum, auf Igel Rücksicht zu nehmen und Mähroboter von 17 bis 10 Uhr nicht zu betreiben.
Schutz für gefährdete Igel – Pause für Mähroboter
Landestierschutzbeauftragte hat eine Kampagne für den Schutz der Igel gestartet.
Meistgelesene Artikel
Ab dem Wochenende deutet sich laut DWD eine Wetterberuhigung an. Zuvor bleibt das Unwetter-Risiko bestehen.
- 18. Juni 2026
Blaualgen im Vordersee Dobbrikow
Gesundheitsamt warnt vor Nutzung der Badestelle
- 22. Juni 2026
Hügelregion von Salt Lake City in Flammen
Im Westen der USA brennen wieder Hügel. In der Nähe befindet sich eine Universität. Feuerwehrleute haben ganz besondere Umstände vor Ort.
Neueste Artikel
- 17. Juli 2026
Warum junge Frauen plötzlich Glatze tragen
Der US-amerikanische Rapper Pitbull trägt schon fast immer Glatze. Jetzt tun es auch seine Fans - mit großer Ambition.
- 17. Juli 2026
Mordvorwürfe: Klinik-Arzt vor Gericht
Der Verdacht wiegt schwer: Hat ein Arzt der Medizinischen Hochschule Hannover Patienten gegen deren Willen mit Medikamenten getötet - oder es in einem Fall versucht?
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 16. Juli 2026
„Dein Garten. Dein Igelschutz“
toom Baumärkte unterstützten Tierschutzkampagne mit Informationen
Während andere am Strand nach Muscheln suchen, sind wir schon wieder auf der Jagd nach einer Tanne!

