Mit großer Bestürzung und Fassungslosigkeit haben wir die jüngsten Angriffe in Behörden und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe zur Kenntnis genommen.
Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen, bei unseren Kolleginnen und Kollegen von Elbe-Elster bis zur Prignitz sowie bei allen Menschen, die dieses unfassbare Ereignis verarbeiten müssen.
Die schrecklichen Taten führen uns auf dramatische Art vor Augen, unter welchen Belastungen Beschäftigte in der Kinder- und Jugendhilfe häufig arbeiten. Sie begegnen täglich Menschen in schwierigen Lebenssituationen, treffen Entscheidungen von großer Tragweite und stehen für den Schutz der Kinder und Jugendlichen ein. Das geschieht oftmals unter hohem fachlichem, emotionalem und persönlichem Druck.
Aber nicht nur dort, sondern auch in anderen Fachämtern unserer Verwaltung sind Beschäftigte einem hohen persönlichen Druck ausgesetzt, weil regelmäßig Entscheidungen rechtstreu zu treffen sind, die für Bürgerinnen und Bürger persönliche, familiäre oder wirtschaftliche Auswirkungen haben können.
„Ich sage ganz deutlich: Bedrohungen, Beleidigungen, Einschüchterungen oder Gewalt gegen Beschäftigte werden nicht akzeptiert. Jedem einzelnen Fall wird strafrechtlich nachgegangen. Der Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat für mich höchste Priorität. Denn unsere Beschäftigten sind Staatsdiener und leisten jeden Tag verantwortungsvolle Arbeit für die Menschen in unserem Landkreis. Sie treffen Entscheidungen, begleiten Familien in schwierigen Situationen und übernehmen Verantwortung für das Gemeinwohl. Dafür verdienen sie Anerkennung – und sie verdienen es, ihre Arbeit in einem sicheren Umfeld ausüben zu können“, betont Landrätin Kornelia Wehlan.
Sicherheit und Bürgernähe gemeinsam gewährleisten
Auch im Landkreis Teltow-Fläming kommt es immer wieder zu Übergriffen, Bedrohungen oder aggressivem Verhalten gegenüber Beschäftigten – insbesondere in publikumsintensiven Bereichen wie dem Jugendamt, dem Sozialamt, dem Gesundheitsamt sowie der Straßenverkehrsbehörde, dem Veterinäramt, der Bauaufsicht und der Ausländerbehörde.
Die Vorfälle reichen von verbalen Anfeindungen und Beleidigungen bis hin zu Bedrohungen und anderen Grenzüberschreitungen. Auch wenn sich die Sicherheitslage, wie die aktuelle Statistik zeigt, im Landkreis Teltow-Fläming insgesamt nicht verschlechtert hat, machen diese Ereignisse deutlich, dass präventive Maßnahmen erforderlich sind.
Landrätin Kornelia Wehlan unterstreicht: „Die Landkreisverwaltung Teltow-Fläming versteht sich als offenes Haus und setzt bewusst auf Bürgernähe, Dialog und einen unkomplizierten Zugang zu den Dienstleistungen. Dieses Konzept soll auch künftig Bestand haben. Gleichzeitig erfordern die jüngsten Ereignisse eine Überprüfung und kurzfristige Anpassung bestehender Sicherheitsmaßnahmen. Dies betrifft auch den Zugang zur Verwaltung am Nuthe-Fließ in Luckenwalde. Die Nebenstellen der Kreisverwaltung arbeiten kundenorientiert und sind bereits sicherheitstechnisch ausgestattet.“
Zur Lageeinschätzung und notwendigen Maßnahmen hatte die Landrätin mit der Verwaltungsleitung weitere Akteure, u. a. auch die Polizeidirektion Teltow-Fläming, eingeladen.
Aktuell werden Risikoeinschätzungen zu Kundenströmen, Sicherheitskonzepte, Gefährdungsbeurteilungen und Schulungsinhalte aktualisiert. Kurz- und mittelfristige Maßnahmen wurden herausgearbeitet, um den Schutz der Beschäftigten und auch der Bürgerinnen und Bürgern zu sichern. Ziel ist es, das offene Miteinander zu bewahren und gleichzeitig ein sicheres Arbeitsumfeld für die Beschäftigten zu gewährleisten.

