Die 1926 erstmals eröffnete Landwirtschaftsmesse hat sich inzwischen zu einer der größten Leitmessen der Agrar- und Ernährungswirtschaft gemausert. Das Land Brandenburg gehört seit seiner Wiedergründung zu den Stammausstellern der Messe. Seit 32 Jahren richtet das Brandenburger Agrarministerium unter dem Dach der Messehalle 21a die Gemeinschaftsschau der heimischen Agrar- und Ernährungswirtschaft aus, ergänzt durch Anbieter aus dem Land- und Naturtourismus, traditionellem Handwerk und Startup-Unternehmen aus dem Food-Bereich. Wie in jedem Jahr präsentierten hunderte Laien- und Profikünstler ein buntes Bühnenprogramm. Die vom Verband pro agro und vom Ministerium begleiteten Rundgänge und Gesprächsrunden mit Handelsvertretern und Gastronomen lassen auf wirtschaftliche Effekte im Nachmessegeschäft bei Handel und Verbrauchern hoffen.
Zudem ist die Messe im Januar immer auch eine Gelegenheit, um auf regionale und überregionale Jahreshöhepunkte im Land Brandenburg hinzuweisen: auf die Brandenburgische Landwirtschaftsausstellung im Mai, die Brandenburger Landpartie im Juni oder auch auf das Brandenburger Dorf- und Erntefest in Damelang im September. Der Landkreis Prignitz rührte bereits heftig die Werbetrommel für die Landesgartenschau 2027 in Wittenberge.
Brandenburgs Agrarministerin Hanka Mittelstädt: „Eine erfolgreiche Grüne Woche liegt hinter uns. Trotz angespannter wirtschaftlicher Lage vermelden unsere Aussteller deutlich höhere Messeumsätze im Vergleich zum Vorjahr, einige Sortimente waren ausverkauft. Das Konzept der Brandenburg-Halle stimmt und die Resonanz der Besucherinnen und Besucher war überragend. Bei allen überregionalen Verflechtungen der Ernährungswirtschaft bleibt die Hauptstadtregion mit über sechs Millionen Verbraucherinnen und Verbrauchern immer unser wichtigster Absatzmarkt."
Die Ministerin erklärt weiter: „Mit unseren Veranstaltungen konnten wir erneut die Netzwerke zwischen Unternehmen, Handel und Politik in Brandenburg und national intensivieren. In unzähligen Einzelterminen während der Grünen Woche mit Partnern aus Bund und Ländern habe ich zugehört und Lösungen ‚Made in Brandenburg‘ vorgestellt und besprochen. Das starke Profil unserer Land- und Ernährungswirtschaft wird in ganz Deutschland wahrgenommen.“
Insgesamt konnten in diesem Jahr wieder 71 Ausstellungsplätze, ein großer Gastronomiebereich und eine Weinlounge in der Halle 21a vergeben werden. Die Hallengestaltung erinnert an einen Dorf- und Bauernmarkt. Ziel der Brandenburg-Halle ist es, vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen eine Teilnahme an der Grünen Woche zu ermöglichen, die sie sich sonst nicht leisten würden. Für 2026 ist festzustellen, dass nach dem Aufruf des Ministeriums zur Teilnahme im August 2025 eine große Resonanz bei den Unternehmen zu verzeichnen war. Die Standplätze waren sehr schnell vergeben. Vor allem in der Kategorie Verbände/Vereine/Landkreise/Kommunen ist ein Zuwachs zu verzeichnen. Ein Großteil der Landkreise macht von den sogenannten Gemeinschaftsständen Gebrauch und ermöglicht kleinen Unternehmen eine Teilnahme. So wechseln täglich bis zweitägig die Standaussteller.
„Die Brandenburg-Halle war durchgängig voller Gäste“, betont die Ministerin weiter: „Die Nachfrage nach den für Brandenburg typischen Lebensmitteln und Markenprodukten ist ungebrochen und wird ganz sicher auch den Handel überzeugen. Viele Besucherinnen und Besucher sind jedes Jahr neugierig auf Neuigkeiten aus dem Land Brandenburg. Die Agrarmarketingpreise des Verbands pro agro, die ich am ersten Messefreitag in den Kategorien Ernährungswirtschaft, Direktvermarktung und Landurlaub übergeben durfte, sind ein beeindruckender Beleg dafür, dass unseren Unternehmen die Ideen nie ausgehen.“
Brandenburg-Tag und wichtige Partnertreffen
Höhepunkt im Brandenburger Messeablauf ist alljährlich der Brandenburg-Tag, der wieder mit dem Rundgang von Ministerpräsident Dietmar Woidke eröffnet wurde. Zum Netzwerktreffen der Landespolitik, dem Brandenburg-Empfang am Abend, konnte in diesem Jahr die gesamte Landesregierung begrüßt werden.
Das Interesse ausländischer Partner an der Landespräsentation auf der Grünen Woche ist ungebrochen. In diesem Jahr wurden insgesamt fünf Delegationen mit rund 70 Teilnehmern aus den polnischen Wojewodschaften Niederschlesien, Lebuser Land, Großpolen und Westpommern durch das Hallen-Team betreut. Ministerin Mittelstädt traf sich zum traditionellen Jahresgespräch mit Marschällen der Partnerwojewodschaften Brandenburgs. Die Gespräche dienten insbesondere auch dazu, die für die kommenden Monate anstehenden Kontakte im Rahmen der Zusammenarbeit im Agrar- und Ernährungsbereich zu konkretisieren. Weiterhin wurde eine Vereinbarung zwischen mit der Mongolei unterzeichnet, Jugendliche aus dem zentralasiatischen Land in Brandenburg in den landwirtschaftlichen Berufen auszubilden.
Am ersten Messesonntag war die Brandenburg-Halle Gastgeber der Agrarministerien und Landesbauernverbände der neuen Länder.
Erstmals wurde in der Halle zu einem Unternehmerinnen-Stammtisch eingeladen.
1. Abend der Brandenburger Ernährungswirtschaft
Entsprechend dem Neuzuschnitt des Ministeriums wurde zur Premiere des Abends der Ernährungswirtschaft geladen. Beim Branchentreffen versammelte sich alles, was in Brandenburgs Agrar- und Ernährungswirtschaft Rang und Namen hat. Lothar Parnitzke, Eigentümer und Geschäftsführer der Kunella Feinkost GmbH aus Cottbus, wurde durch Ministerin Mittelstädt als herausragende Unternehmerpersönlichkeit mit dem „Brandenburger Star der Ernährungswirtschaft" geehrt.
Auswertung der Aussteller-Umfrage
Eine Kurzumfrage unter den Ausstellerinnen und Ausstellern der Brandenburg-Halle ergab, dass 93 Prozent der Rückmeldungen 2027 wieder in der Halle ausstellen möchten. Sieben Prozent konnten noch keine Entscheidung treffen.
Die Teilnahmegründe sind je nach Art des Unternehmens unterschiedlich: 85 Prozent wollen beispielsweise ihr Unternehmen, ihren Verband oder ihre Wirtschaftsregion präsentieren. Jeweils 78 Prozent planen, auf der Grünen Woche ihre Bekanntheit zu steigern, bestehende Kontakt zu pflegen und ihr Netzwerk zu erweitern. Den Kontakt zum Endverbraucher suchen 70 Prozent.
Das Erreichen der individuellen Ziele wird unterschiedlich eingeschätzt: Für 92 Prozent wurden die Erwartungen, ihr Unternehmen, ihren Verband oder ihre Wirtschaftsregion zu präsentieren, zu 92 Prozent erfüllt. Die Kontaktpflege und das Netzwerken beurteilen knapp 80 Prozent der Aussteller als sehr gut. Der Kontakt zum Endverbraucher wird von knapp 70 Prozent als sehr gut eingeschätzt. 93 Prozent geben an, ihre Zielgruppe erreicht zu haben.
Die Erwartungen zu einem Nachmessegeschäft können noch nicht konkret beurteilt werden. Das Resümee zur Messeteilnahme kann von vielen erst am Jahresende gezogen werden.
2027 öffnet die Grüne Woche vom 15. bis 24. Januar.

