Den Blutdruck messen, zu einem gesunden Lebensstil beraten oder die Abstimmung mit dem Pflegedienst übernehmen – die Aufgaben von Gemeindegesundheitspflegenden (englisch: Community Health Nurses, kurz: CHN) sind vielfältig. So können sie die Primärversorgung vor Ort entlasten und einen spürbaren Mehrwert für viele Menschen schaffen. Brandenburgs erste Gemeindegesundheitspflegerin Tahnee Leyh ist seit 2024 in einem Projekt des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Luckau tätig. Sozial- und Gesundheitsministerin Britta Müller besuchte sie heute vor Ort und informierte sich über ihre vielfältige Arbeit. Dabei tauschte sie sich auch mit dem Bürgermeister der Stadt Luckau, Gerald Lehmann, den Verantwortlichen des DRK-Kreisverbandes Teltow-Fläming e.V., Cédric Dupont und Stephanie Günther, sowie der Hausärztin Dr. Nadine Quoos über das neue Berufsbild aus. Im Anschluss besichtigte Ministerin Müller das DRK-Zentrum Luckau mit Hauskrankenpflege, Tagespflege und Mehrgenerationenhaus.
Ministerin Britta Müller sagte in Luckau: „Community Health Nursing setzt dort an, wo unsere Gesundheitsversorgung neue Antworten braucht: an den Schnittstellen zwischen Medizin, Pflege, Sozialarbeit und öffentlicher Gesundheitsvorsorge. Denn um die Versorgung in der Fläche langfristig zu sichern, müssen wir heute neue Wege gehen und stambulant denken. Gemeindegesundheitspflege ist deshalb ein ganz spannendes Berufsbild. Mich interessiert es sehr zu schauen, wie es die Primärversorgung vor Ort sinnvoll ergänzen kann, und wie die Menschen in ihrem Alltag davon profitieren. Der Austausch mit der Gemeindegesundheitspflegerin Tahnee Leyh hat mir anschaulich gezeigt, wie dieses Konzept in der Praxis umgesetzt werden kann. Mein herzlicher Dank gilt allen, die sich in Luckau mit großem Engagement für dieses Projekt und damit für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung vor Ort einsetzen.“
Die Stadt Luckau erhielt in den Jahren 2022 bis 2026 Fördergelder in Höhe von insgesamt 180.100 Euro aus dem Landesförderprogramm „Pflege vor Ort“ im Rahmen des Paktes für Pflege. Daraus entstand unter anderem die Stelle der Luckauer Gemeindegesundheitspflegerin.
Hintergrund
In vielen Ländern übernehmen spezialisierte Pflegefachpersonen mit Masterabschluss, sogenannte Advanced Practice Nurses (APN), bereits eigenständig Aufgaben in der Gesundheitsversorgung. Auch in Deutschland wird ihre flächendeckende Einführung diskutiert.
Eine besondere Spezialisierung dieses Berufsbildes sind die CHN, die die Primärversorgung in Gemeinden ergänzen, indem sie Gesundheitsförderung, Prävention und Koordination miteinander verbinden. Als feste fachliche Ansprechpersonen schlagen sie eine Brücke in die Lebenswelt der Patientinnen und Patienten und tragen so zu deren Entlastung im Alltag bei.
Nach dem Pflegefachassistenzgesetz wurde auf Bundesebene das Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege (BEEP) auf den Weg gebracht, welches zum 1. Januar 2026 in Kraft getreten ist. Das Gesetz zielt unter anderem darauf ab, eine eigenverantwortliche Erbringung von bestimmten Leistungen der ärztlichen Behandlung durch qualifizierte Pflegefachpersonen zu ermöglichen. Pflegefachpersonen werden also zur eigenverantwortlichen Heilkundeausübung im Rahmen ihrer Kompetenzen und Qualifikationen befugt. Es obliegt nun der Selbstverwaltung festzulegen, welche ärztlichen Tätigkeiten konkret auf Pflegefachpersonen übertragen werden können.
Mehr Informationen zur Gemeindegesundheitspflegerin in Luckau: https://www.drk-flaeming-spreewald.de/luckau/gemeindegesundheitspflege.html












