Wie gewinnt man neue Hausärztinnen und Hausärzte für Brandenburgs ländliche Regionen? Die brandenburgische Landesregierung geht einen ganz pragmatischen Weg und führt für die neue entstandene Medizin-Uni in Cottbus eine "Landärztequote" ein.
Damit wird ein Teil der zur Verfügung stehenden Studienplätze für Menschen reserviert, die sich nach dem Studium für zehn Jahre dazu verpflichten, in unterversorgten Regionen des Landes als Hausärztin oder Hausarzt tätig zu werden. Auf diese Weise kommen Interessierte zum Zuge, die wirklich Lust aufs Landleben haben und andernfalls womöglich am strengen Numerus clausus gescheitert wären.
„Über die Landärztequote können wir bereits sehr frühzeitig – schon vor Beginn der Ausbildung – künftige Medizinerinnen und Mediziner gewinnen, die sich gezielt um die Gesundheitsversorgung der Menschen im ländlichen Brandenburg kümmern wollen und werden“, freut sich Gesundheitsminister René Wilke. Die Quote soll bei Einführung voraussichtlich 10 Prozent der Erstsemester-Studienplätze umfassen.
Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung gab es Ende 2024 rund 1.700 Hausärzte im Land Brandenburg. In den kommenden Jahren scheiden viele von ihnen altersbedingt aus. 33,7 Prozent der Hausärztinnen und Hausärzte sind bereits 60 Jahre und älter.

