24. August 2026 / Aktuell

Land unterstützt zehn Künstlerinnen und Künstler

Kulturministerium vergibt auch 2026 wieder Arbeitspaket-Stipendien in Höhe von insgesamt 100.000 Euro

Veröffentlicht am 24. August 2026 um 09:51 Uhr von Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur

Das Kulturministerium fördert zum achten Mal zehn Künstlerinnen und Künstler aus Literatur, Musik sowie Bildender und Darstellender Kunst mit Arbeitspaket-Stipendien von jeweils 10.000 Euro. Kulturministerin Dr. Manja Schüle: „Elektronische Musik, eine begehbare Installation, ein partizipatives DDR-Archiv, ostdeutsche Familiengeschichten – die diesjährigen Arbeitspaket-Stipendiatinnen und Stipendiaten zeigen, wie vielfältig und lebendig Kunst in unserem Land ist und wie sie Menschen zusammenbringt: zum Staunen, zum Zuhören, zum Nachdenken, zum Perspektiven öffnen, zum Widersprechen, zum Diskutieren. Kunst schafft Räume, in denen wir uns begegnen, neue Perspektiven gewinnen und miteinander ins Gespräch kommen. Ich freue mich sehr, auch in diesem Jahr die Arbeitsstipendien des Landes Brandenburg vergeben zu können. Und ich danke den Künstlerinnen und Künstlern für ihre Impulse und ihren Mut, in unserem Land neue Wege zu gehen.“

Für die Arbeitspaket-Stipendien konnten sich Künstlerinnen und Künstler der Genres Literatur, Bildende Kunst, Musik sowie Darstellende Kunst bewerben. Voraussetzungen: Sie mussten eine künstlerische Ausbildung abgeschlossen, sich mit Veröffentlichungen oder durch eine professionelle künstlerische Arbeit ausgewiesen haben und ihre künstlerische Befähigung mit Arbeitsproben nachweisen. Über die Vergabe der Stipendien entschied die Kulturministerin nach Empfehlung von spartenspezifischen und unabhängigen Fachjurys. Ausschlaggebend war die Qualität des bisherigen künstlerischen Wirkens. Antragsberechtigt waren nur Künstlerinnen und Künstler, die ihren ersten Wohnsitz im Land Brandenburg haben. Vier Jurys entschieden über die Stipendiatinnen und Stipendiaten. In diesem Jahr gingen insgesamt 321 Bewerbungen ein. Folgend Künstlerinnen und Künstler erhalten die diesjährigen Stipendien:

Literatur:

Paula Schweers (*1992) schreibt Romane sowie literarische Sachbücher und verbindet eine feine Beobachtungsgabe mit einem präzisen Blick auf Brandenburger Landschaft. Nach ihrem Debütroman „Lawinengespür“ soll nach einem literarischen Sachbuch nun ein zweiter Roman folgen.
Anousch Mueller (*1979) kehrt mit ihrem neuen Roman „Lori“ nach mehr als zehn Jahren in die Literatur zurück. Der Roman erzählt die Geschichte einer Familie in Ostdeutschland, die sich in den Gefühlen, Erinnerungen und Handlungen der Erwachsenen und Kinder zeigt.

Musik:

Jamal Dilmen arbeitet als Sänger, Songwriter, Producer und DJ zwischen elektronischer und urbaner Musik und ist international zwischen Deutschland, Frankreich und Angola aktiv. Mit dem Stipendium möchte er sein geplantes Solodebüt weiterentwickeln.
Sonja Stumpf (*1969) kennt die Bühnenwelt als erfahrene Pop- und Vocalcoachin in renommierten Formaten. Nun rückt die Potsdamerin selbst ins Rampenlicht und geht konsequent ihren eigenen künstlerischen Weg als Popmusikerin.

Bildende Kunst:

Kaj Osteroth (*1977) entwickelt ausgehend von ihrer Lebens- und Arbeitssituation im ländlichen Brandenburg eine malerische Position, die politische und soziale Spannungen der Gegenwart sowie Fragen von Zugehörigkeit und gesellschaftlicher Polarisierung untersucht. Durch die Reduktion der bildnerischen Mittel und die stärkere Einbindung der Zeichnung entstehen offene, prozesshafte Arbeiten, in denen sich künstlerische Forschung und formale Experimentierfreude verbinden.
Sandra Kuhne (*1972) konzipiert seit mehr als zwei Jahrzehnten konzeptuelle Werkgruppen an der Schnittstelle von Installation, Fotografie, künstlerischer Forschung und Partizipation. Mit dem von ihr initiierten „Vitalen Archiv“, einem offenen, partizipativen Archiv industrieller Restbestände der DDR, untersucht sie kollektive und individuelle Erinnerung sowie Fragen nach kulturellem Erbe, Deutungshoheit und gesellschaftlicher Teilhabe.
Lisa Seebach (*1981) arbeitet an einer skulpturalen Praxis, in der Zeichnung, Architektur und Installation zu begehbaren Denk- und Erfahrungsräumen verschmelzen. Ihre künstlerische Entwicklung zeigt eine zunehmende Komplexität sowohl der räumlichen Inszenierung als auch der inhaltlichen Auseinandersetzung mit Erinnerung, Wahrnehmung und psychischen Zuständen.
Enno Haar (*1990) untersucht den öffentlichen Raum mit konzeptuellen Interventionen und Installationen und verschiebt dabei gewohnte Wahrnehmungen alltäglicher Infrastrukturen und hinterfragt deren soziale, politische und ästhetische Ordnung. Die Arbeiten bewegen sich zwischen Skulptur, Performance und institutioneller Kritik und entstehen häufig außerhalb klassischer Ausstellungsräume.
Natalia Irina Roman ist seit mehr als zehn Jahren installativ, ortsspezifisch und partizipativ als freischaffende Künstlerin im öffentlichen Raum tätig. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen Bahnhöfe, Züge, Stellwerke und Zugabfertigerräume als soziale Übergangsräume, die sie durch künstlerische Interventionen in neue Orte für Begegnung, Austausch und Forschung verwandelt.

Darstellende Kunst:

Andriana Seecker (*1979) zeigt als Tänzerin und Performerin große Präzision und Intensität und kreiert als Bühnenbildnerin mit klar gesetzten Raum- und Lichtelementen eindrucksvolle Settings. Sie beschäftigt sich mit Herkunft, Zugehörigkeit und Identität vor dem Hintergrund ihrer eigenen Biografie: geboren in der DDR und aufgewachsen zwischen Deutschland und Bulgarien sowie ihrer Sinti- und Roma-Herkunft.

Jury-Mitglieder:

Literatur: Aylin Ünal (Autorin und Wiepersdorf-Stipendiatin 2023), Andrea Schneider (Inhaberin der Buchhandlung Viktoriagarten Potsdam), Sophie Sumburane (Schriftstellerin und Arbeitspaket-Stipendiatin 2023)
Musik: Jörg Vollerthun (freischaffender Künstler, Bandleader und Jazzposaunist), Adriana Kussmaul (Künstlerische Geschäftsführerin Kammerakademie Potsdam), Dr. Knut Andreas (Dirigent und Musikwissenschaftler an der FH Potsdam)
Bildende Kunst: Petra Schmidt Dreyblatt (Geschäftsführerin des Berufsverbands Bildender Künstler:innen Brandenburg e.V.), Mike Gessner (Künstlerischer Leiter des Kunstraums Potsdam), Rebecca Stoll (Leiterin der Galerie Bernau)
Darstellende Kunst: Raban Witt (Dramaturg und Schauspieldirektor des Staatstheaters Cottbus), Laura Heinecke (Produzentin, Tänzerin und Choreographin), Roland Schneider (Kulturjournalist)

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