Das Klinisch-epidemiologische Krebsregister Brandenburg-Berlin (KKRBB) und die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL-CT) haben heute eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Ziel der Vereinbarung ist eine langfristige, strategische Zusammenarbeit. Im Rahmen dieser Partnerschaft wird neben der gemeinsamen Erarbeitung von Konzepten eine gemeinsame Forschungsinfrastruktur aufgebaut. Dazu werden die Daten des Krebsregisters in der Infrastruktur des Datenintegrationszentrums (DIZ) an der MUL-CT in einem extra dafür geschaffenen, eigenständigen Bereich gespeichert. Perspektivisch werden Daten aus dem DIZ für Forschungen zur Verfügung gestellt.
Gesundheitsministerin Britta Müller erklärt dazu: „Diese Kooperation ist ein zukunftsweisender Schritt. Sie stärkt die Krebsforschung in unserer Region und hilft uns, Krankheitsprozesse besser zu verstehen. So können wir die Versorgung von Tumorpatientinnen und Tumorpatienten weiter verbessern. Davon profitieren behandelnde Ärztinnen und Ärzte sowie Menschen, die von einer Krebsdiagnose betroffen sind.“ Das KKRBB ist das einzige Krebsregister in Deutschland, das Daten aus zwei Bundesländern erfasst. Es untersteht der Fachaufsicht des Ministeriums für Gesundheit und Soziales.
Ein Ziel der Kooperationsvereinbarung ist die Erhöhung der Sichtbarkeit des KKRBB unter Forschenden. „In den vergangenen Jahrzehnten wurden bedeutende Fortschritte im Kampf gegen Krebs erzielt. Neue Behandlungsmöglichkeiten haben die Heilungs- und Überlebenschancen der Betroffenen erheblich verbessert. Eine zentrale Grundlage für diesen Erfolg sind die Daten der Landeskrebsregister, die wertvolle Erkenntnisse für die Forschung und Weiterentwicklung von Therapieansätzen liefern. Mit der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem können diese Daten in Brandenburg künftig noch besser ausgewertet und verarbeitet werden. Die MUL-CT wird mit ihrer Forschung versorgungsorientierte Innovationen entwickeln und erproben, die direkt den Menschen in Brandenburg zugutekommen. Das stellt einen enormen Fortschritt für unsere Gesundheitsversorgung dar“, so Müller.
Während der Pilotierungsphase erfolgt die Zusammenarbeit für beide Parteien kostenneutral. Für die Überführung in den laufenden Betrieb wird über Ressourcen und rechtliche Rahmbedingungen gesondert verhandelt.
In Brandenburg erkrankten im Jahr 2023 insgesamt 17.873 Menschen neu an Krebs. 10.037 davon waren Männer und 7.836 Frauen. Zu den häufigsten Krebsneuerkrankungen bei Männern zählen Prostata, Lunge und Darm (Kolon und Rektum). Bei Frauen war es die Brustdrüse gefolgt von Lunge und Darm. Detaillierte Informationen zu einzelnen Tumorarten, zu Sterberaten und Überlebenszeiten sind im interaktiven epidemiologischen Bericht veröffentlicht: https://berichte.kkrbb.de/bb/index.html#/general/intro
Hintergrund
Aufgabe des KKRBB ist es, flächendeckend sowie möglichst vollzählig und vollständig Daten über das Entstehen, das Auftreten, die Behandlung und den Verlauf von Krebserkrankungen in den Ländern Berlin und Brandenburg zu erfassen, zu verarbeiten, wissenschaftlich auszuwerten und zu publizieren sowie Daten für die Forschung und zur Gesundheitsberichterstattung zur Verfügung zu stellen und jährlich auszuwerten. Das Krebsregister gleicht dazu Daten mit anderen Krebsregistern ab, stellt Daten für die Krebsfrüherkennung zur Verfügung und unterstützt die medizinische Behandlung von betroffenen Personen durch Erfüllung patientenbezogener Abfragen. Seit 2023 werden auch Daten aus der klinischen Krebsregistrierung, insbesondere zur Therapie und zum Krankheitsverlauf, an das Zentrum für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut (RKI) übermittelt.
Jährlich verarbeitet das Register mehr als 400.000 Meldungen und stellt damit eine hochwertige, bevölkerungs- und behandlungsbezogene Datenbasis bereit.
Die Klinisch-epidemiologisches Krebsregister Brandenburg-Berlin gGmbH ist eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung der Landesärztekammer Brandenburg.
Die Finanzierung der flächendeckenden klinischen Krebsregistrierung erfolgt in erster Linie durch die fallbezogene Registerpauschale, die die gesetzlichen Krankenkassen zahlen. Durch diese Pauschale wird eine Deckung der erforderlichen Betriebskosten in Höhe von 90 Prozent gewährleistet. Zehn Prozent tragen die Länder. Für den Teil der epidemiologischen Krebsregistrierung werden die Kosten nicht von den Kostenträgern des Gesundheitssystems mitfinanziert. Sie sind vollständig von den Ländern zu tragen.
Internet: https://kkrbb.de/

