11. Mai 2026 / Aktuell

Käfer mit Geweih gesucht: Aufruf zur Meldung von Hirschkäfern in Brandenburg

Hirschkäfer zählen zu den größten heimischen Käfern, ihr Bestand ist stark gefährdet.

Veröffentlicht am 11. Mai 2026 um 13:12 Uhr von Landesamt für Umwelt

Hirschkäfer – bitte melden! Hirschkäfer zählen zu den größten heimischen Käfern, ihr Bestand ist stark gefährdet. Ab Mitte Mai beginnt die Hauptflugzeit des Hirschkäfers, bei entsprechender Witterung sind erste Tiere sogar schon Anfang Mai zu beobachten. Das Landesamt für Umwelt Brandenburg (LfU) ruft auch in diesem Jahr wieder auf, Sichtungen des Hirschkäfers zu melden. Während beim Aufruf im Jahr 2020 bereits 137 Hirschkäferfunde verzeichnet wurden, stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf über 650 Meldungen. Das Ziel der Suchaktion: Die gesammelten Daten helfen, gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensräume umzusetzen.

Der imposante Hirschkäfer gehört zu den größten und auffälligsten Käfern Europas und ist zugleich eine streng geschützte Art. Sie leben in Laubwäldern mit hohen Anteilen an Alt- und Totholz. Seine Anwesenheit zeigt, dass diese selten gewordenen Strukturen noch vorhanden sind. Daher hat die Art auch eine hohe ökologische Bedeutung. Als sogenannter Kulturfolger, das sind Arten, die sich an vom Menschen geschaffene Lebensräume angepasst haben, findet man sie auch in Streuobstwiesen, Parkanlagen, Alleen, Baumreihen, Feldgehölzen, Gärten und Friedhöfen.

Hirschkäfer können von Mai bis Ende Juli beobachtet werden und sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Meist sieht man sie an lauen Sommerabenden umherschwärmen.

Der kastanienfarbige Käfer ist durch seine Größe und sein imposantes „Geweih“ gut zu erkennen. Ab Mitte Mai können die ersten Männchen gesichtet werden, Anfang Juni schlüpfen die letzten Weibchen. Entsprechend gilt der Juni als der Hirschkäfermonat. Die Männchen sind an schwülwarmen Tagen in der Dämmerung besonders aktiv, aber auch am Tag sieht man die Tiere nicht selten. Die Weibchen werden häufig auf Wegen sitzend gefunden.

Die längste Zeit verbringt der Hirschkäfer im Larvenstadium. Zwei Wochen nach der Eiablage schlüpfen die Larven. Nach 5 bis 7 Jahren verlassen sie das Brutholz und verpuppen sich in Puppenwiegen. Einmal als Käfer geschlüpft ist die Lebenserwartung kurz. Die Hirschkäfer paaren sich, verstecken sich vor ihren Fressfeinden und die Weibchen legen ihre Eier bevorzugt in alten Laubholzstümpfen ab. Die Lebenserwartung der Männchen, die auch gegeneinander kämpfen, beträgt nur wenige Wochen. Die letzten Weibchen versterben im Spätsommer.

Die zumeist sehr heimliche Lebensweise erschwert eine gezielte Untersuchung der Population in Brandenburg. Nachweise beruhen fast immer auf Zufallsfunden. Daher ist jede einzelne Meldung sehr hilfreich, um den Bestand dieser Art besser zu verstehen und gezielte Schutzmaßnahmen zu entwickeln.

Um ein möglichst genaues Bild zu erhalten, bitten das Umweltministerium und das Landesumweltamt gemeinsam Bürgerinnen und Bürger, ihre Beobachtungen zu melden. Besonders hilfreich sind Angaben zum Fundort, Datum sowie – wenn möglich – Fotos der Tiere. Auch Meldungen von bereits verstorbenen Tieren oder Larven sind für die Auswertung relevant.

Die Meldungen können online über das Meldeportal eingereicht werden: https://brandenburg.meldeportal.cloud/observation/2c018d5a/hirschkaefer

Verwechslungsgefahr Balkenschröter

Im letzten Aufruf wurden vermehrt Balkenschröter gemeldet, die dem Hirschkäfer ähnlich sehen, aber deutlich kleiner sind. Während die Balkenschröter meist deutlich kürzer als drei Zentimeter sind, sind die Hirschkäferweibchen meist länger als 3,5 Zentimeter.

Mehr Informationen zum Hirschkäfer und zur Verwechslung mit dem Balkenschröter: https://lfu.brandenburg.de/lfu/de/aufgaben/natur/tiere-und-pflanzen/insekten/insektenfunde-melden/hirschkaefer.

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