Mehr als 1.000 junge Menschen haben sich an der kreisweiten Jugendbefragung beteiligt und damit wichtige Hinweise für die Weiterentwicklung der Jugend(sozial)arbeit im Landkreis Teltow-Fläming gegeben. Ihre Rückmeldungen wurden bei der Jugendhilfeplanung berücksichtigt und haben bereits zu konkreten Verbesserungen bei Angeboten und Unterstützungsstrukturen vor Ort beigetragen. Um den Jugendlichen zu zeigen, was ihre Beteiligung bewirkt hat, besuchten Michael Grunst, Erster Beigeordneter und Leiter des Dezernates II des Landkreises Teltow-Fläming und Jochen Neumann, Bürgermeister der Stadt Luckenwalde, am 23. Juni den Jugendclub Go7. Dort wurden die Ergebnisse der Jugendbefragung und deren Auswirkungen vorgestellt.
Die Rückmeldung sollte verdeutlichen, dass Mitwirkung konkrete Veränderungen bewirken kann, und junge Menschen dazu ermutigen, sich auch künftig im Sinne des „Konzepts zur Jugendbeteiligung im Landkreis“ aktiv an Beteiligungsprozessen einzubringen.
Erster Teilfachplan Jugend(sozial)arbeit schafft Grundlage für die nächsten fünf Jahre
Mit dem erstmals erstellten Teilfachplan Jugend(sozial)arbeit liegt dem Landkreis Teltow-Fläming ein umfassendes Planungsinstrument vor, das für die kommenden fünf Jahre Auskunft über die Bedarfe und deren Priorisierung in der Jugend(sozial)arbeit gibt. Die Ergebnisse der Jugendbefragung lieferten dabei wesentliche Erkenntnisse für die Berechnung der tatsächlichen Stundenbedarfe in den verschiedenen Arbeitsfeldern und Regionen des Landkreises.
Die Befragung gilt zudem als gelungenes Beispiel wirksamer Jugendbeteiligung. Sie wurde bereits durchgeführt, bevor ein Konzept zur Jugendbeteiligung im Landkreis abgestimmt und veröffentlicht werden konnte. Die Erfahrungen aus der Befragung fließen in die laufenden Abstimmungen zu diesem Konzept ein und zeigen beispielhaft, wie junge Menschen an kommunalen Planungsprozessen beteiligt werden können.
„Die Jugendbefragung hat gezeigt, dass junge Menschen sehr genau wissen, was sie für ein gutes Aufwachsen in ihrem Lebensumfeld brauchen. Dass die Ergebnisse nun bereits zu konkreten Verbesserungen in der Jugend(sozial)arbeit führen, ist ein starkes Signal: Beteiligung bleibt nicht folgenlos. Uns ist wichtig, jungen Menschen zurückzumelden, dass ihre Stimmen gehört wurden und weiterhin gebraucht werden“, betont Michael Grunst, Erster Beigeordneter und Leiter des Dezernates II des Landkreises Teltow-Fläming.
Jugendförderpläne setzen die fachliche Planung in konkrete Finanzierung um
Die Jugendförderpläne des Landkreises geben als Bestandteil des jährlichen Haushaltsplans Auskunft darüber, welche Ausgaben für die Jugend(sozial)arbeit vorgesehen sind. Die Finanzierung erfolgt entsprechend der Richtlinie Jugend(sozial)arbeit im Landkreis Teltow-Fläming gemeinsam durch die Kommunen und den Landkreis. Grundlage für die Finanzierung sind die im Teilfachplan ermittelten Stellenerfordernisse.
Gleichzeitig gilt: Finanziert werden kann nur, was die jeweilige Haushaltslage zulässt. Trotz der angespannten finanziellen Situation des Landkreises hatten die Rückmeldungen der jungen Menschen ein so großes Gewicht, dass in Abstimmung mit mehreren Kommunen bereits für das Jahr 2026 Stundenaufstockungen in der Schulsozialarbeit, in der mobilen Jugendarbeit und bei der kreisweiten Stelle zur Medienberatung ermöglicht werden konnten.
Beteiligung endet nicht mit einer Befragung
Die Veranstaltung im Jugendclub sollte jedoch nicht nur über bereits erreichte Veränderungen informieren. Die im Teilfachplan festgestellten und beschlossenen Bedarfe sind für die kommenden fünf Jahre verbindlich festgeschrieben. Da jedoch bislang noch nicht alle ermittelten Bedarfe gedeckt werden können, besteht die Möglichkeit, die Angebote in den nächsten Jahren schrittweise bis zum festgestellten Bedarf auszubauen – abhängig von der Haushaltslage des Landkreises und der beteiligten Kommunen.
Dabei spielen die Fachkräfte der Jugend(sozial)arbeit eine zentrale Rolle. Sie unterstützen junge Menschen dabei, ihre Anliegen zu formulieren, sich einzubringen und die richtigen Ansprechpersonen in Politik und Verwaltung zu erreichen. Jugendclubs, Schulsozialarbeit und weitere Angebote sind deshalb wichtige Orte demokratischer Beteiligung und Mitgestaltung.
Der Landkreis Teltow-Fläming hofft deshalb, dass die positiven Erfahrungen aus der Jugendbefragung weitere junge Menschen motivieren, sich an Beteiligungsprozessen zu beteiligen und ihre Perspektiven in die Entwicklung des Landkreises einzubringen.
Weitere Informationen zum Teilfachplan Jugend(sozial)arbeit sind auf der Internetseite des Landkreises im Bereich „Jugend“ sowie zur Jugendbeteiligung in der Jugendhilfeplanung im Bereich „Jugendförderung“ verfügbar.

