2. Februar 2026 / Aktuell

Illegale Abfälle in Brandenburg rückgängig - Steigerung beim Einsammeln von Bio-Abfällen

Die im Land Brandenburg anfallenden beziehungsweise zu entsorgenden Abfallmengen sind überwiegend rückläufig.

Veröffentlicht am 2. Februar 2026 um 09:31 Uhr von Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz

Das geht aus den jetzt vom brandenburgischen Umweltministerium veröffentlichten „Daten und Informationen zur Abfallwirtschaft“ für 2024 hervor.

Das gilt vor allem für sogenannte herrenlose beziehungsweise illegal entsorgte Abfälle. Die Menge der eingesammelten Bio- und Grünabfälle ist hingegen leicht angestiegen. Dieser Anstieg ist positiv zu bewerten, weil er ein Zeichen für eine bessere Trennung von Bioabfällen in den Haushalten ist. Die Menge der in Brandenburg erzeugten gefährlichen Abfälle blieb in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Die grenzüberschreitende Abfallverbringung und -entsorgung erreicht erneut ein ZehnJahres-Hoch.

Die Daten im Einzelnen: Siedlungsabfälle

Im Jahr 2024 sind in Brandenburg 1.099.000 Tonnen Siedlungsabfälle angefallen. Davon hat jede Einwohnerin und jeder Einwohner in Brandenburg etwa 430 Kilogramm Abfälle erzeugt. Im Ver-gleich zum Vorjahr ist ein Rückgang an circa 20.000 Tonnen zu verzeichnen, welcher im Wesentlichen aus dem Rückgang an Bau- und Abbruchabfällen resultiert, welche an den Wertstoffhöfen der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger beziehungsweise der von den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern betriebenen Deponien angenommen wurden. Dementgegen hat sich das Aufkommen der festen Siedlungsabfälle um 12.000 Tonnen, aber auch das Wertstoffaufkommen um 4.000 Tonnen gegenüber dem Vorjahr erhöht.

Bio- und Grünabfall

Mit dem bereits etablierten Biotonnenangebot wurden insgesamt 228.000 Tonnen beziehungsweise 89 Kilogramm pro Einwohnerin und Einwohner und Jahr Bioabfälle als Teil der Siedlungsabfälle gesammelt. Hierunter 84.000 Tonnen mittels Biotonne und 144.000 Tonnen kompostierbare Garten- und Parkabfälle. Im Vergleich zum Vorjahr wurde die erfasste Bioabfallmenge insgesamt um 6.000 Tonnen gesteigert. Eine weitere Steigerung ist für das Jahr 2025 zu erwarten, denn im Landkreis Prignitz findet seit April 2025 die haushaltsnahe Behältersammlung von Bioabfällen statt. Für das Jahr 2025 hat sich das Land mit seinem Abfallwirtschaftsplan Teilplan „Siedlungsabfälle“ das Ziel-gesetzt, dass 45 Kilo pro Einwohnerin und Einwohner und Jahr gesammelt werden. Dieses Ziel wurde im Jahr 2024 erst von drei öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern erfüllt.

Herrenlose Abfälle

Im Jahr 2024 wurden in Brandenburg 5.033 Tonnen herrenlose beziehungsweise illegal entsorgte Abfälle aufgenommen und dann ordnungsgemäß entsorgt. Die Menge hat sich gegenüber dem Jahr 2023 erneut um etwa 240 Tonnen reduziert. Dies bedeutet aber noch lange keinen Grund zur Freude, denn jedes weggeworfene beziehungsweise illegal entsorgte Stück Abfall verschandelt die Umwelt und birgt die Gefahr, natürliche Ressourcen über Jahre zu schädigen oder gar ganz zu zerstören. Für die Entsorgung der herrenlosen Abfälle, wie zum Beispiel gemischte Siedlungsabfälle, Sperrmüll, Bau- und Abbruchabfälle sowie Altreifen, aber auch Problemstoffe oder Bioabfälle mussten rund 2,0 Millionen Euro aufgewendet werden. Diese Kosten für die Entsorgung werden durch die Abfallgebühren auf die Allgemeinheit umgelegt und sind somit von jedem Einzelnen zu tragen. Deshalb sollten sich auch alle Bürgerinnen und Bürger angesprochen fühlen und mit ihrem Verhalten dazu beitragen, dass kein Abfall illegal entsorgt wird.

Bilanz gefährlicher Abfälle 2024

Die Menge der in Brandenburg erzeugten gefährlichen Abfälle blieb mit 979.000 Tonnen etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Die in Brandenburg entsorgten gefährlichen Abfallmengen stiegen erneut gegenüber dem Vorjahr um knapp 3 Prozent auf 1.346.000 Tonnen. Die für 2024 festzustellende Erhöhung der entsorgten gefährlichen Abfälle ging auf eine Steigerung der ent-sorgten Bauabfallmengen, der Industrieschlämme und der Altfahrzeugmengen zurück.

Bilanz notifizierungspflichtiger Abfälle 2024

Die grenzüberschreitende Abfallverbringung umfasst die Entsorgung von Abfällen aus Deutschland ins Ausland und die Entsorgung von Abfällen aus dem Ausland in Deutschland. Für gefährliche Abfälle sowie einige nicht gefährliche Abfälle bedarf es einer behördlichen Erlaubnis für die grenzüberschreitende Verbringung (Notifizierung). Im Jahr 2024 wurden demnach insgesamt 438.000 Tonnen notifizierungspflichtige Abfälle nach Brandenburg importiert, was ein neues 10-Jahres Hoch darstellt. Die importierten Abfälle wurden im Land Brandenburg fast aus-schließlich thermisch verwertet. Einerseits handelte es sich hier-bei um Ersatzbrennstoffe, welche in den Brandenburger Ersatzbrennstoffkraftwerken sowie der Braunkohlemitverbrennung entsorgt wurden. Andererseits handelte es sich um als gefährlich eingestufte A-IV-Hölzer, welche in den Brandenburger Altholz-kraftwerken thermisch verwertet wurden. Aus Brandenburg wurden mit rund 32.000 Tonnen weniger notifizierungspflichtige Abfälle als im Vorjahr exportiert.

Umsetzung und Ergebnisse des Abfallvermeidungsprogrammes des Bundes

Die Broschüre „Daten und Informationen zur Abfallwirtschaft“ mit der Bilanz 2024 enthält erneut eine Kurzübersicht über die Umsetzung und die Ergebnisse des Abfallvermeidungspro-grammes des Bundes in den Gebieten der brandenburgischen öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger. Mit entsprechenden Tabellen werden die zahlreichen Abfallvermeidungsmaßnahmen der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger dargestellt. Neben diversen Informationsmaßnahmen zum Thema Abfallvermeidung konnten einzelne öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger auch gezielt einzelne Projekte zur Abfallvermeidung materiell oder sogar finanziell unterstützen.

Fachbeiträge
Neben der Bilanz für das Jahr 2024 bietet die Broschüre „Daten und Informationen zur Abfallwirtschaft“ auch Fachbeiträge zu den nachfolgenden spezifischen Themen der Abfallwirtschaft:

  • Brandenburg setzt sich für Abfallvermeidung ein
  • Entwicklungen und Herausforderungen auf dem Alttextil-Markt
  • Drei Jahre Mehrwegangebotspflicht für Speisen und Getränke - ein Bericht aus dem Vollzug
  • Composting in Rural Environments (CORE) – die Brandenburger Bioabfallwirtschaft im europäischen Austausch

Für eine vertiefte Lektüre steht die Broschüre mit der Abfallbilanz 2024 im Internet zum Download zur Verfügung.

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