Diskussion über die Finanzierung und Umsetzung von Maßnahmen, die den Naturschutz und die biologische Vielfalt auf landwirtschaftlichen Flächen fördern.
Das Natura-2000-Team Mitte des Landes und die Vernetzungsstelle „Biodiversitäts- und Klimaberatung“ der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg (FÖL) hatten eingeladen. Welche finanziellen Anreize und was für Förderinstrumente stehen landwirtschaftlichen Betrieben zur Verfügung, um Naturschutzmaßnahmen auf ihren Flächen wirtschaftlich tragfähig umzusetzen? Diese Fragen standen unter anderem im Mittelpunkt des Treffens.
Olivia Kummel vom Landschaftspflegeverband Potsdamer Kulturlandschaft und Maria Höhne vom Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) stellten das bundesweite KOMBI-Projekt vor. In diesem Projekt setzt die Kooperative „Grubener Kulturlandschaft & Glindower Platte“ im Havelland Maßnahmen zum Schutz von Moorböden, Insekten und Wiesenbrütern um. Der überbetriebliche Ansatz des Projekts schafft größere, zusammenhängende Lebensräume und strukturreiche Flächen. Viele Arten wie Amphibien, Schmetterlinge und Fledermäuse benötigen ausreichend große und verbundene Lebensräume, um stabile Populationen aufzubauen.
Restaurants für Insekten
Am Nachmittag führte eine Exkursion die Teilnehmenden auf Flächen der Baruther Urstromtal Rinderhaltung GmbH. Der Betrieb bewirtschaftet rund 1.400 Hektar Ackerland und hält ganzjährig etwa 800 Mutterkühe mit Nachzucht auf Dauergrünland. Zu den Naturschutzmaßnahmen des Betriebs zählen unter anderem die Anlage von Gewässerrandstreifen und Blühstreifen sowie ein Ernteverzicht auf ausgewählten Getreideflächen. Davon profitieren zahlreiche blütenbestäubende Insekten, insbesondere Schmetterlinge, Schwebfliegen und Hummeln. Finanziert werden die Maßnahmen über eine Richtlinie des Landes Brandenburg, die kooperative Maßnahmen zur Verbesserung des Klimaschutzes und der Biodiversität auf landwirtschaftlich genutzten Flächen fördert. Maria Dennert vom Natura-2000-Team Mitte brachte die Bedeutung der Maßnahmen des Betriebes auf den Punkt: „Insekten brauchen keine Hotels, sie brauchen Restaurants!“
Hintergrund
Die Vernetzungsstelle Biodiversitäts- und Klimaberatung Brandenburg ist ein Kooperationsprojekt der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg e. V., des Deutschen Verbands für Landschaftspflege und weiterer Praxispartner. Das Projekt wird gefördert durch das Brandenburger Landwirtschaftsministerium und ist kofinanziert durch die Europäische Union.
Die fünf Natura-2000-Teams sind eine Kooperation des Landesamtes für Umwelt und der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg. Gemeinsame Aufgabe ist die Umsetzung von Natura-2000-Maßnahmen außerhalb der Nationalen Naturlandschaften im Land Brandenburg.
Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg
Um die Vielfalt und die natürliche Schönheit der märkischen Landschaften zwischen Elbe und Oder, Lausitz und Uckermark auch für die kommenden Generationen zu bewahren, hat das Land Brandenburg die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg errichtet. Seit 1995 betreut die Stiftung die Ersatzzahlung im Land Brandenburg. Rund 1.400 Naturschutzprojekte hat die Stiftung in diesen Jahren gemeinsam mit Landkreisen und Kommunen, Verbänden und Vereinen sowie weiteren Partnern wie zum Beispiel Landwirtschaftsbetrieben, Kirchengemeinden oder Privatpersonen möglich gemacht oder in eigener Trägerschaft verwirklicht.

