Romy Powils, Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragte des Landkreises Teltow-Fläming, ist gerade zurück von der 29. Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Deutschlands in Lübeck. Rund 500 kommunale Gleichstellungsbeauftragte aus ganz Deutschland kamen dort zusammen, um sich über aktuelle Herausforderungen der Gleichstellungsarbeit auszutauschen. Im Mittelpunkt der diesjährigen Konferenz stand das Thema Antifeminismus und dessen Auswirkungen auf Gleichstellung und Demokratie. „Antifeminismus ist kein Randphänomen und zieht sich quer durch alle Bereiche der Gesellschaft“, so Romy Powils.
In zahlreichen Fachforen, Diskussionsrunden und Arbeitsgruppen tauschten sich die Teilnehmerinnen zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen sowie zu politischen Handlungsbedarfen aus. Im Rahmen der Konferenz wurde außerdem die sogenannte Lübecker Erklärung verabschiedet. Darin wird unter anderem eine konsequente Bekämpfung antifeministischer Strukturen gefordert sowie eine stärkere Sensibilisierung für Frauenverachtung und geschlechtsspezifische Gewalt.
Romy Powils erklärt: „Das ist wichtig, weil ich mich als kommunale Gleichstellungsbeauftragte vor Ort gegen frauenfeindliche Einstellungen einsetze, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt schwächen und Menschen einschüchtern“.
Neben dem fachlichen Austausch nahm die Beratung und Abstimmung zahlreicher Anträge einen zentralen Platz ein. Die kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten richteten dabei klare Forderungen an die Bundesregierung. Dazu gehören unter anderem:
Ein Nationaler Aktionsplan gegen Antifeminismus, um demokratiegefährdenden Entwicklungen wirksam entgegenzutreten
Die konsequente Umsetzung der Istanbul-Konvention und des Gewalthilfegesetzes zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt
Ein umfassendes Unterstützungspaket für Alleinerziehende zur Vermeidung von Armut und struktureller Benachteiligung
Die Sicherung einer flächendeckenden Geburtshilfe und bessere Arbeitsbedingungen für Hebammen
Mehr Steuergerechtigkeit sowie eine bessere Unterstützung von Familien und Eltern
Die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen durch die Streichung des § 218 StGB
„Alle diese Themen brauchen Antworten und schnelles politisches Handeln, damit Gleichstellung auch vor Ort wirksam umgesetzt werden kann“, betont Romy Powils.

