Damit liegt eine wichtige fachliche Grundlage für die weiteren Schritte auf dem Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung in Rangsdorf bis 2045 vor.
Die kommunale Wärmeplanung ist für alle Kommunen in Deutschland gesetzlich verpflichtend durchzuführen und dient als strategisches Planungsinstrument, um die zukünftige Wärmeversorgung klimaneutral, versorgungssicher und lokal tragfähig auszurichten. Die Gemeinde Rangsdorf hat hierfür die TÜV Rheinland Consulting GmbH beauftragt.
Ein wichtiges Arbeitsinstrument der kommunalen Wärmeplanung ist der digitale Zwilling der Gemeinde Rangsdorf. Dieses digitale Abbild der Wärmeversorgung wird auf Grundlage erhobener Daten erstellt und ermöglicht eine strukturierte Analyse des Status quo, unter anderem zu Energiebedarf, Treibhausgasemissionen, eingesetzten Energieträgern, Heizsystemen sowie vorhandener Wärme-, Strom- und Gasnetzinfrastruktur.
Im Rahmen der bisherigen Arbeiten wurde zunächst eine fundierte Bestandsanalyse durchgeführt. Diese basiert auf der Analyse und Aufbereitung zahlreicher Datenquellen, darunter Kehrbücher, Statistiken und Verbrauchsdaten.
Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Wärmewende in Rangsdorf eine anspruchsvolle Aufgabe ist: Aktuell basiert die Wärmeversorgung zu etwa 95 Prozent auf fossilen Energieträgern. Besonders der Wohnsektor weist die höchste Anzahl an Gebäuden auf und verursacht den größten Anteil der Emissionen. Erdgas ist dort der dominierende Energieträger für die Wärmeerzeugung. Die Bestandsanalyse verdeutlicht damit einen erheblichen Sanierungs- und Erneuerungsbedarf bei den bestehenden Heizungsanlagen, zeigt zugleich aber konkrete Ansatzpunkte für die Transformation des Wärmebereichs auf. So können Wärmenetze ausgebaut und erneuerbare Energien integriert werden, um den Anteil von Heizöl und Erdgas schrittweise durch erneuerbare Energieträger zu ersetzen.
Für eine erfolgreiche Wärmewende sind zudem breit angelegte Sanierungen und Modernisierungen von Heizsystemen erforderlich, um den Einsatz fossiler Brennstoffe und damit die Treibhausgasemissionen zu reduzieren.
Der Zwischenbericht zeigt zudem: In Rangsdorf bestehen sowohl erhebliche Einsparpotenziale im Gebäudebestand als auch lokale Potenziale für erneuerbare Wärme und Stromerzeugung.
Denn energetische Sanierungen, der Ausbau erneuerbarer Energien – insbesondere Photovoltaik – sowie moderne Heizsysteme sind zentrale Bausteine für eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2045.
Die bisherigen Analysen bilden die Grundlage für die nächsten Schritte: Die Entwicklung eines Zielszenarios, einer Wärmewendestrategie, konkreter Maßnahmen sowie die Einteilung der Gemeinde in Teilgebiete mit passenden Wärmeversorgungslösungen. Die Wärmeplanung erfolgt in enger Abstimmung mit Bürger*innen, Unternehmen und weiteren lokalen Interessengruppen, damit Bedürfnisse und Erwartungen frühzeitig in den Planungsprozess einbezogen werden können.
Der kommunale Wärmeplan für Rangsdorf wird voraussichtlich im Oktober 2026 fertiggestellt und anschließend öffentlich zugänglich sein.
Weitere Informationen sowie der Zwischenbericht zur kommunalen Wärmeplanung auf der Webseite www.rangsdorf.de/wärmeplanung zur Verfügung.

