Eröffnung des FrauenOrts am Bahnhof Mahlow
Das Projekt FrauenOrte Brandenburg existiert seit 2010. Aktuell gibt es 52 dieser Gedenktafeln, die bedeutenden Frauen* aus der Geschichte Brandenburgs gewidmet sind. Teltow-Fläming ist einer von zwei Landkreisen, die bisher noch keinen Frauenort eröffnen konnten. Mit der Einweihung des FrauenOrts für die Schauspielerin Renate Krößner am S-Bahnhof Mahlow wird ein wichtiges Zeichen für die Sichtbarkeit von Frauen im öffentlichen Stadtbild gesetzt. Zur Eröffnung am 4. Juli um 14 Uhr lädt die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow herzlich ein!
Eröffnungsprogramm zur Einweihung des FrauenOrts
14 Uhr: Offizielle Einweihung mit Grußworten von:
- Regine Vogl, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow
- Michael Schwuchow, Bürgermeister
- Elio Gäbelein, Frauenpolitischer Rat und FrauenOrte Land Brandenburg
- Kornelia Wehlan, Landrätin Kreis Teltow-Fläming
- Romy Powils, Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragte des Kreis Teltow-Fläming
ab 15 Uhr: Empfang in der Gemeindebibliothek, Luisenstraße 4
ab 16 Uhr: Filmvorführung SOLO SUNNY (Konrad Wolf, DDR 1978 - 1980) 104 min
Renate Krößner (1945–2020) – leidenschaftlich, mutig, saufrech
Renate Krößner wurde 1945 in Osterode am Harz geboren. Bereits in ihrer Kindheit und Jugend hatte sie den Wunsch, Schauspielerin zu werden und absolvierte ihre Schauspielausbildung an der renommierten Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch.
Wiederholt waren Theaterstücke und Filme, in denen sie spielte der staatlichen Zensur ausgesetzt, wie z. B. bei EINE PYRAMIDE FÜR MICH (Ralf Kirsten, DDR 1975) und FEUER UNTER DECK (Herrmann Zschoche, DDR 1979). In der Kategorie „Beste Darstellerin“ erhielt Renate Krößner 1980 als erste Schauspielerin der DDR den Silbernen Bären für ihre Hauptrolle in dem international bekannt gewordenen Film SOLO SUNNY (Konrad Wolf, DDR 1978 – 1980). In ihrer Rolle als Schlagersängerin Ingrid Sommer bot sie so wohl Frauen in Ost- wie auch Westdeutschland eine starke Identifikationsfigur.
Noch während der Feierlichkeiten zur Preisverleihung wurde ihr der Bär jedoch von Delegierten der DDR abgenommen und anschließend stellte die Regierung Forderungen an sie. Renate Krößner beugte sich dem wachsenden Druck nicht und geriet dadurch ins Visier der Stasi.
Nach Monaten konnte sie zwar ihre Auszeichnung zurückerhalten, dafür blieben anschließend die Film- und Theaterangebote aus und sie reiste schließlich 1985 mit ihrer Familie nach Westdeutschland aus . Dort baute sie sich eine neue Karriere auf und spielte in Fernsehproduktionen wie Tatort, Lindenstraße und Polizeiruf. Nach der Wende zog Renate Krößner mit ihrem Lebensgefährten nach Mahlow.
Kontakt FrauenOrt
Alle Veranstaltungen sind kostenlos. Bei Fragen wenden Sie sich gerne an die Gleichstellungsbeauftragte Telefon: 03379 333-204, E-Mail: gleichstellung@blankenfelde-mahlow.de
Weitere Informationen zum FrauenOrt unter https://frauenorte-brandenburg.de/
Foto: Alex Trebus

