20. April 2026 / Aktuell

Ehrung des Ehrenamts

Herzblut, Jazz und klare Worte: Blankenfelde-Mahlow ehrt Alltagshelden

Veröffentlicht am 20. April 2026 um 14:04 Uhr von Gemeinde Blankenfelde-Mahlow

Es war ein Nachmittag der Wertschätzung und Anerkennung: Beim traditionellen Frühlingskonzert der Gemeinde standen nicht nur der musikalischen Talente des Landesjugendjazzorchesters Brandenburg (LaJJazzO Junior) im Scheinwerferlicht, sondern vor allem jene Menschen, die sonst eher im Hintergrund agieren.

Im bis auf den letzten Platz ausverkauften Festsaal der Grünen Passage bildete das LaJJazzO Junior unter der Leitung von Jörg Vollerthun den Rahmen der Veranstaltung. Die „Jazz-Youngster“, die auf ihren Sprung in die professionelle Bigband-Szene vorbereitet werden, brachten mit ihrer Spielfreude trotz eines verregneten Nachmittags, sofort Frühlingsgefühle in den Saal.

Ein gelungener Auftakt zum eigentlichen Kern der Veranstaltung. Die Würdigung derer, die sich tagtäglich uneigennützig für das Gemeinwohl einsetzen.

Ehrenamt als Fundament

Bürgermeister Michael Schwuchow fand in seiner Ansprache deutliche Worte für den Wert bürgerschaftlichen Engagements. Er bezeichnete das Ehrenamt als das „Fundament unseres Zusammenlebens. Es ist der Inbegriff von Solidarität. Sie alle, die wir heute ehren, gestalten Blankenfelde-Mahlow in Ihren ganz individuellen Bereichen – sei es im Sport, in der Kultur und im Sozialen. Sie tun dies mit einem Gut, das man nicht kaufen kann: mit Herzblut und echter Leidenschaft.“

Michael Schwuchow nutzte die Vorbildwirkung der Ehrenamtlichen für einen Appell an die Kommunalpolitik: „Echtes Ehrenamt fragt nicht: ‚'Was nützt es mir oder meiner Fraktion?‘, sondern schlicht: ‚'Was nützt es unserer Gemeinschaft?‘. Ich wünsche mir sehr, dass wir den Blick wieder mehr auf das Wesentliche richten. Unsere Aufgabe ist es, gemeinsam gute und vernünftige Lösungen für Blankenfelde-Mahlow zu entwickeln und diese auch konsequent in die Tat umzusetzen.

Der Geist des Ehrenamts – dieses konstruktive, uneigennützige Miteinander – muss wieder stärker zum Maßstab unserer Arbeit werden. Die Damen und Herren, die wir heute ehren, sind dafür das beste Vorbild. Sie zeigen uns eindrucksvoll, dass man mit echtem Herzblut und dem Blick für das Gemeinsame, Berge versetzen kann.“

Würdigung der Vorbilder

Im Anschluss kam Michael Schwuchow zu den Auszeichnungen. Die Laudationes machten dabei deutlich, wie vielfältig das Engagement in der Gemeinde ist.

Marina Kieschnick

Seit 2015 ist sie das Herz und der Kopf des Dahlewitzer Familienadvents. Als Leiterin des Organisationskomitees bringt sie Vereine, Aktive und Familien an einen Tisch. Seit dem Jahr 2000 übernimmt sie im Gemeindekirchenrat der Evangelischen Kirchengemeinde Dahlewitz-Diedersdorf Verantwortung. Und auch über Landesgrenzen hinweg unterstützt sie seit 2003 im Verein „HilfsWaise e. V.“ Waisenkinder in Äthiopien.

Michael Becke

Seit dem 1. Dezember 1995 ist Michael Becke Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in Blankenfelde. In diesen 30 Jahren hat er nahezu jede Facette des Feuerwehrlebens geprägt. Ein Herzensanliegen war und ist ihm dabei der Nachwuchs. Als Jugendwart hat er über Jahre hinweg Verantwortung für die Ausbildung und Freizeitgestaltung unserer Kinder und Jugendlichen übernommen. Bei Jugendcamps und Übungen hat er nicht nur technisches Wissen vermittelt, sondern auch Werte wie Kameradschaft und Zuverlässigkeit vorgelebt. Auch im Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr ist Michael Becke eine unverzichtbare Stütze. Er ist immer einer der Ersten vor Ort. Er steht dem Ortsbeirat nicht nur mit Rat und Tat zur Seite, sondern er packt an – und das seit vielen, vielen Jahren.

Horst Gäbert

Geboren und aufgewachsen in Alt Glasow, kennt er die Geschichte und jede Ecke seines Heimatdorfes wie kaum ein anderer. Im Rahmen seiner historischen Dorfspaziergänge lässt er die Geschichte Glasows wieder lebendig werden. Doch Herr Gäbert blickt nicht nur zurück, er packt im Hier und Jetzt an. Als Vorstandsmitglied im Bürgerverein Glasow e.V. setzt er sich seit jeher leidenschaftlich für die Belange seiner Mitbürgerinnen und Mitbürger ein. Besonders deutlich wurde das im vergangenen Jahr, als Glasow sein 650-jähriges Jubiläum feierte. Sein Hof ist dabei weit mehr als nur ein landwirtschaftlicher Betrieb. Er ist ein Ort der Begegnung, ein Planungszentrum für neue Ideen. Darüber hinaus übernimmt er als Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Verantwortung für unsere Kulturlandschaft.

Ulf Ninnemann

Seit nunmehr 20 Jahren ist Ulf Ninnemann als Kinder- und Jugendtrainer beim BSC Preussen 07 tätig. Woche für Woche koordiniert er das Training für rund 50 junge Sportlerinnen und Sportler. Hinzu kommen fast jedes Wochenende Spiele, Turniere und die gesamte Organisation im Hintergrund. Doch das Engagement von Herrn Ninnemann geht weit über das rein Sportliche hinaus. In seinem Training lernen die Kinder und Jugendlichen, was Teamgeist wirklich bedeutet: dass man gemeinsam stärker ist als allein. Er vermittelt Werte wie Fairness, Disziplin und Zusammenhalt.

Kerstin Trebus (nicht anwesend)

Obwohl sie nicht persönlich bei der Verleihung anwesend sein konnte, wurde das außergewöhnliche Engagement von Kerstin Trebus gebührend gewürdigt. Seit 2016 bereichert Frau Trebus das Leben in Groß Kienitz durch ihren unermüdlichen Einsatz. Ihr Ehrenamt ist dabei so vielseitig wie das Dorfleben selbst: Sie ist diejenige, die Veranstaltungen mit organisiert, die notwendigen Einkäufe tätigt und als Schriftführerin in den Sitzungen dafür sorgt, dass kein wichtiger Gedanke verloren geht. Wer Frau Trebus kennt, schätzt ihre Aufgeschlossenheit und ihre Kontaktstärke. Sie findet immer die richtigen Worte – mit Taktgefühl und großem Einfühlungsvermögen, aber wenn es die Sache erfordert, auch mit dem nötigen Durchsetzungsvermögen. Ihr Handeln ist geprägt von Zuverlässigkeit und einer tiefen Verbundenheit zu ihrem Ortsteil.

Historisches Dorf Dahlewitz

Heimat ist das Ergebnis von Menschen, die Spuren sichern, Identität bewahren und Orte mit Leben füllen. Dass wir die Spuren der Vergangenheit sehen und verstehen können, verdanken wir in besonderem Maße dem Verein Historisches Dorf Dahlewitz. Seit seiner Gründung im Jahr 1997 hat sich der Verein zur Aufgabe gemacht, das Gesicht unseres Ortes nicht nur zu bewahren, sondern es zum Strahlen zu bringen. Ob die Rettung des Wasserturms, die Pflege des Gutsparks, der Erhalt der Feldsteinmauer oder die künstlerische Gestaltung der Bahnhofsunterführung: Der Verein schlägt die Brücke zwischen der Vergangenheit und der Zukunft.

Doch Steine allein machen kein Dorf. Es sind die Menschen, die diesen Verein tragen. Stellvertretend für dieses großartige Gemeinschaft wurden zwei Persönlichkeiten auf die Bühne gebeten, die sich in außergewöhnlicher Weise in dem Verein engagieren.

Dietmar Bocksch ist seit fast 40 Jahren der Hüter der Ortsgeschichte. Als langjähriger Vorsitzender des Vereins hat er sich über das übliche Maß hinaus engagiert. Er dokumentiert, sammeln Archivalien und nimmt Interessiert im Rahmen von Vorträgen und Führungen mit auf eine Reise durch die Zeit.

Ursel Griesbach ist eine der guten Seelen, die das gesellschaftliche Leben und die Ästhetik des Ortes prägen. Seit vielen Jahren bringt sie Ihr beruflich geschultes Auge in den Verein ein – keine Ausstellung im Bürgerhaus „Bruno Taut“ käme ohne Ihr Geschick bei der Hängung der Exponate aus.

Ehrung für langjähriges kommunalpolitisches Engagement

Im Rahmen der Ehrung des Ehrenamts ist es gute Tradition in der Gemeinde, auch den Blick auf die Ehrenamtlichen in der Politik zu lenken. Denn Kommunalpolitik findet nicht nur in den Plenarsälen von Bundes- und Landtag statt, sondern direkt vor unserer Haustür.

Es sind Menschen, die bereit sind, ihre Freizeit opfern, um über Bebauungspläne, Schulstandorte oder Umweltfragen zu debattieren – oft bis spät in den Abend, oft in der Schusslinie der öffentlichen Kritik.

Für mindestens zehn Jahre kommunalpolitisches Wirken wurden Michael Pfahler und Michael Wedel geehrt.

Michael Pfahler begann seinen Weg in der Gemeindepolitik bereits im Jahr 2015. Über die Jahre hinweg hat er sich in verschiedenen Gremien eingebracht – vom Bauausschuss über den Ausschuss für Umwelt, Flughafen und Energie bis hin zum Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport. Seit 2019 vertritt er seine Fraktion in der Gemeindevertretung und im Hauptausschuss. Seit letztem Jahr bringt er seine Erfahrung auch im Ortsbeirat Blankenfelde ein.

Michael Wedel ist ein Beispiel dafür, wie man Fachverstand im Ausschuss mit zupackender Hilfe in unserer Gemeinde verbinden kann. Seit 2014 bringt er sich als sachkundiger Einwohner ein, zunächst im Bauausschuss und im Leitbildausschuss, heute im Ausschuss für Gemeindeentwicklung, Umwelt- und Klimaschutz. Zusätzlich hält Herr Wedel der Feuerwehr Mahlow im wahrsten Sinne des Wortes den Rücken freihält: Ob bei der Verköstigung der Einsatzkräfte, bei „Mahlow putzt sich“ oder durch großzügige Pflanzenspenden zur Verschönerung unseres Ortsbildes. Er schaut hin, wo Hilfe gebraucht wird, und packt einfach an. Diese Kombination aus politischem Mitdenken und uneigennütziger Tatkraft ist vorbildlich.

Nach dem offiziellen Teil und den feierlichen Auszeichnungen gehörte die Bühne wieder dem Jazz-Nachwuchs, der den Nachmittag zu einem harmonischen Ausklang führte. Mit den letzten Jazz-Akkorden des LaJJazzO Junior endete eine gelungene Veranstaltung. Zwischen den mitreißenden Rhythmen der jungen Musiker und den bewegenden Geschichten der Geehrten wurde eines klar: Das Herz unserer Gemeinde schlägt dort am stärksten, wo Menschen sich mit Leidenschaft füreinander einsetzen.

Die nächste Ehrung der Ehrenamtlichen wird in zwei Jahren stattfinden. Vorschläge mit Begründung können gern ganzjährig bei der Gemeinde eingereicht werden.

Informationen unter hauptamt@blankenfelde-mahlow.de bzw. 03379 333-219.

 

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