Die Preisträger*innen des 171. AIV-Schinkel-Wettbewerbes stehen fest. Der Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg (AIV) rief diesmal den Förderwettbewerb unter dem Titel „Luckenwalde – Stadt im Wandel neu denken“ aus.
Nicole Zahner, Mitglied des AIV-Schinkel-Ausschusses: „Der AIV-Wettbewerb hatte dieses Mal die Kreisstadt Luckenwalde zum Thema. Als Stadt der Moderne mit reicher Industriegeschichte und ikonischen Bauwerken, die erst Verfall und dann eine radikale Deindustrialisierung erlebt hat, muss sie sich den aktuellen strukturellen Herausforderungen stellen. Im Zentrum der diesjährigen Aufgabe stand das ´Karree´ – ein innerstädtisches Areal in Luckenwalde, eingebettet zwischen Bahnhof, ehemaliger Burg und Innenstadt. Es vereint Leerstände, brachliegende Industrieflächen, landschaftliche Potenziale und gut erschlossene Wohnlagen. Gesucht wurde ein Leitbild für ein Modellquartier, das Mut macht und den Wandel Luckenwaldes aktiv und lustvoll gestaltet.“
Eingegangen waren 140 Beiträge von jungen Planer*innen, von denen 12 Arbeiten prämiert wurden, darunter zwei Schinkelpreise. Die Aufgabenstellungen wurden in den Fachsparten Architektur, Städtebau, Landschaftsarchitektur, Konstruktiver Ingenieurbau, Mobilität und Verkehrsplanung sowie Freie Kunst bearbeitet. Der Schinkel-Wettbewerb zählt zu den bekanntesten und ältesten deutschen Nachwuchspreisen. Insgesamt wurden in diesem Jahr Preisgelder in Höhe von 28.000 Euro vergeben.
Martin Schmitz, Mitglied im AIV-Schinkel-Ausschuss: „Wir sind sehr stolz darauf, in diesem Jahr 140 Einreichungen in sechs Fachsparten erhalten zu haben. Wir freuen uns besonders über die überdurchschnittliche Anzahl und hohe Qualität interdisziplinärer Arbeiten, die über die ausgeschriebenen Fachsparten hinaus teilweise mit den Fachgebieten Pflegewissenschaften, Holzingenieurwesen, Klimagerechtes Bauen und Betreiben sowie Textil- und Materialdesign zusammengearbeitet haben.“ Neben den traditionsreichen Schinkelpreisen wurden viele weitere Auszeichnungen verliehen, wie beispielsweise die Sonderpreise der Lenné-Akademie, des Verbands privater Bauherren, der Stiftung Berliner Leben, der Restauratoren im Handwerk, der Hans- und Charlotte Krull-Stiftung, der Stern-Stiftung Soziale Stadtentwicklung, der eZeit Ingenieure sowie das Reisestipendium der Pysall-Stiftung.
Zitate zu den beiden Schinkel-Preisträger*innen
Eva Krapf, Mitglied im AIV-Schinkel-Ausschuss, zum Schinkel-Preisträger Architektur: „Der Entwurf ´Logic of Luckenwalde´ versteht die Stadt als ein Reservoir von Potenzialen, die durch architektonische Interventionen gehoben werden sollen. Am Beispiel des ehemaligen Beschlägewerks wird gezeigt, wie einstige Industriestandorte in gemeinschaftliche urbane Knotenpunkte mit einer Nutzungsmischung aus landwirtschaftlicher Produktion, öffentlichen Erdgeschossen und Wohnen transformiert werden können. Neben der programmatischen Idee überzeugt besonders auch die architektonische Umsetzung mit besonderem Augenmerk auf einen nachhaltigen Materialkreislauf.“
Christoph Kollert würdigt den prämierten Städtebau-Entwurf aus Sicht des AIV-Schinkel-Ausschusses: „Der ausgezeichnete Entwurf ‚DAZWISCHENstadt‘ formuliert eine klare, zugleich pragmatische wie ambitionierte Vision für das Quartier. Die vielen städtebaulichen und freiraumplanerischen Setzungen – etwa der Campus an der Beelitzer Straße oder die Inszenierung der Alten Feuerwache an der Nuthe – sind konsequent aus dem Bestand entwickelt und werten diesen respektvoll auf. Die Arbeit zeugt von einem fundierten Verständnis des Karrees und bietet überzeugende Ansätze, die auch die Vertreter der Stadt Luckenwalde beeindruckt haben.“

