Im Kreistag am 27.04.2026 soll die 2. Teiländerung zur Schulentwicklungsplanung des Landkreises Teltow-Fläming beschlossen werden.
Eine kontroverse Diskussion der Inhalte erfolgte bereits im Ausschuss für Bildung Kultur und Sport.
Hierzu nimmt die FDP Teltow-Fläming durch Ihren Vorsitzenden, Marcel Lietsch, jetzt Stellung:
Schulentwicklungsplanung in Teltow-Fläming: FDP-Kreisvorsitzender Marcel Lietsch kritisiert „massive Ungereimtheiten“ und Ignoranz gegenüber kommunalen Bedarfen Blankenfelde-Mahlow, 20.04.2026 – Im Zuge der 2. Teiländerung der Schulentwicklungsplanung (2022–2027) im Landkreis Teltow-Fläming äußert Marcel Lietsch, FDP-Kreisvorsitzender und Kreistagsabgeordneter, deutliche Kritik. In einer umfassenden Anfrage an die Landrätin wirft er der Kreisverwaltung und dem Bürgermeister von Blankenfelde-Mahlow vor, die Interessen der Kinder aus Blankenfelde-Mahlow systematisch zu ignorieren.
Widersprüchliche Datenbasis und fehlende Transparenz
Lietsch weist darauf hin, dass der Zuzug in den Planungsunterlagen die Nachverdichtung in bestehenden Wohngebieten nicht richtig berücksichtigt. Außerdem werden bei den Zuzügen die Kinderzahlen zu gering angesetzt, da die Altersverteilung anhand der bestehenden statt der zuziehenden Bevölkerung geschätzt wurde. der Zudem kritisiert er, dass freie Schulen – wie die Evangelische Grundschule Mahlow – in den Prognosen nicht berücksichtigt werden, was das Bild der tatsächlichen Versorgung massiv verzerre.
Strukturelle Unterversorgung in Blankenfelde-Mahlow
Besonders besorgniserregend sei die Situation in der Sekundarstufe I und II. Laut Lietsch zeigt ein Vergleich der Alterskohorten mit den verfügbaren Kapazitäten eine drastische
Ungleichverteilung:
• In Kommunen wie Ludwigsfelde oder Zossen kommen rechnerisch 20–35 Kinder auf eine Klasse.
• In Blankenfelde-Mahlow und Großbeeren liegt dieser Wert bei fast 60 Kindern.
„Etwa ein Drittel der Kinder aus Blankenfelde-Mahlow finden keinen weiterführenden Schulplatz in der Gemeinde. Wir haben es hier mit einer massiven strukturellen Unterversorgung zu tun, die zu unzumutbar langen Schulwegen führt“, so Lietsch. „Es ist unverständlich, warum der dokumentierte Bedarf für eine Gesamtschule in BlankenfeldeMahlow in der Planung keinerlei Berücksichtigung findet.“
„Faktischer Ausschluss“ der Gemeinde
Ein weiterer Kritikpunkt ist die unzureichende Berücksichtigung der Gemeinde. Obwohl Blankenfelde-Mahlow mit rund 30.000 Einwohnern eine der größten Kommunen des Kreises ist, spielen die Interessen der Einwohner praktisch keine Rolle. Lietsch fordert Aufklärung warum die Gemeinde nicht in der Lage war, eine Stellungnahme abzugeben, und kommunale Konzepte – wie die Schulentwicklungsplanung der Gemeinde vom Februar 2025 – nicht
berücksichtigt wurden.
Forderung nach Nachbesserung
Marcel Lietsch fordert die Kreisverwaltung auf, die vorliegende Planung grundlegend zu korrigieren: „Eine Schulentwicklungsplanung, die auf falschen Zahlen basiert und die Bedarfe eines Mittelzentrums wie Blankenfelde-Mahlow ignoriert, ist nicht zustimmungsfähig. Jedes Kind in unserer Gemeinde sollte grundsätzlich die Chance auf einen weiterführenden Schulplatz vor Ort haben.“
Dazu fordert er, die Bedarfserhebung anhand der Einzugsgebiete der Schulen durchzuführen, um darauf aufbauend Optionen für die Bedarfsdeckung darzustellen. Dabei müssen nach seiner Ansicht die Schulen in Trägerschaft der Gemeinden stärker berücksichtig werden und entstehende Schulwege eine entscheidende Rolle spielen.
1. Grundsätzliche Bewertung
Die vorliegende 2. Teiländerung der Schulentwicklungsplanung weist aus Sicht des Unterzeichnenden methodische Defizite auf. Diese betreffen insbesondere die zugrunde gelegten Annahmen zur Bevölkerungs- und Schülerentwicklung sowie die Systematik der Datenauswertung.
Die festgestellten Punkte können zu erheblichen Abweichungen zwischen prognostiziertem und tatsächlichem Bedarf führen und damit die Grundlage für nicht bedarfsgerechte oder ineffiziente Maßnahmen bilden.
2. Bevölkerungsprognose
Die Annahmen zur Bevölkerungsentwicklung erscheinen für den Nordraum des Landkreises nicht ausreichend belastbar.
Eine isolierte Betrachtung anhand der Geburtenzahlen ohne angemessene Berücksichtigung von Zuzug ist vor dem Hintergrund des anhaltenden Siedlungsdrucks aus Berlin nicht sachgerecht. Es ist davon auszugehen, dass auch unabhängig von zusätzlicher Neubautätigkeit weiterhin ein signifikanter Zuzug, insbesondere von Familien mit Kindern, stattfindet.
Zudem bleibt die fortlaufende Nachverdichtung im Bestand, die sich aus der vergleichsweise geringen Bebauungsdichte in Teilen des Planungsraums ergibt, unberücksichtigt.
Weiterhin wird bei der Abschätzung der Altersstruktur der zuziehenden Bevölkerung offenbar auf die Verteilung der Bestandsbevölkerung zurückgegriffen. Dies dürfte zu systematischen Verzerrungen führen, da Zuziehende erfahrungsgemäß einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Kindern aufweisen. In der Folge besteht das Risiko einer Unterschätzung der zukünftigen Schülerzahlen.
Darüber hinaus wird angeregt, die Bevölkerungsentwicklung nicht ausschließlich über einen einzelnen Prognosewert abzubilden, sondern ergänzend Szenarien (Minimal-, Mittel- und Maximalentwicklung) darzustellen, um Unsicherheiten angemessen zu berücksichtigen.
3. Prognose der Schülerzahlen
Die Prognose der Schülerzahlen erfolgt schulstandortbezogen und basiert offenbar auf einer Fortschreibung des bisherigen Schulwahlverhaltens

