15. Januar 2026 / Aktuell

10 Jahre Landesförderprogramm "Kulturelle Bildung und Partizipation"

Förderhöchststand im Jubiläumsjahr

Veröffentlicht am 15. Januar 2026 um 11:05 Uhr von Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte

Seit zehn Jahren stärkt das Landesförderprogramm "Kulturelle Bildung und Partizipation" – getragen und begleitet von der Plattform Kulturelle Bildung Brandenburg – die kulturelle Infrastruktur Brandenburgs. Mit 500.000 Euro im Jubiläumsjahr erreicht die Förderung einen Höhepunkt.

Seit 2015 hat das vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur initiierte und finanzierte Landesförderprogramm für "Kulturelle Bildung und Partizipation" insgesamt 474 innovative Projekte in allen Landkreisen sowie in den kreisfreien Städten des Landes Brandenburg gefördert. In zehn Jahren hat sich das Programm zu einer zentralen Säule der Kulturförderung entwickelt. Das Programm richtet sich an Kommunen, Kitas, Schulen, Kultureinrichtungen sowie gemeinnützige Vereine und Initiativen oder Kulturakteurinnen und -akteure, um Bürgerinnen und Bürger aller Altersgruppen zu erreichen und ihnen kulturelle Zugänge zu eröffnen.

Wenn Kinder in Halbe (Dahme-Spreewald) mit Stop-Motion-Filmen die Geschichte ihrer Wanderdüne erzählen, Jugendliche in Rathenow (Havelland) ein Maskenspiel entwickeln oder Seniorinnen und Senioren in Potsdam beim Poetry Slam ihre Stimme finden, dann zeigt sich: Kulturelle Bildung gehört nicht nur in die Großstadt, sondern überall hin. Seit zehn Jahren macht das Förderprogramm "Kulturelle Bildung und Partizipation" genau das möglich. Unterstützt werden sowohl die Umsetzung einzelner Projekte als auch die nachhaltige Entwicklung mehrjähriger, strukturbildender Maßnahmen. In den vergangenen Jahren konnte das Land die Förderung kontinuierlich erhöhen – von 400.000 Euro im Jahr 2019 auf eine halbe Million Euro im vergangenen Jahr. Damit wurden 57 Projekte sowie sieben mehrjährige Strukturförderungen im Jahr 2025 ermöglicht. Mit der Aufstockung der Mittel unterstreicht das Land zum zehnjährigen Bestehen des Programms dessen kulturpolitische Bedeutung.

Dr. Manja Schüle, Ministerin des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg: "Wenn es um Teilhabe am gesellschaftlichen Leben geht, spielt Kulturelle Bildung eine herausragende Rolle in Brandenburg – und das schon seit zehn Jahren! Die vielfältigen, innovativen, ungewöhnlichen Projekte – annähernd 500 konnten wir über das Landesförderprogramm bereits unterstützen – fördern Demokratiebildung, neue Erkenntnisse und Perspektivwechsel. Es ist ganz einfach: Wer gemeinsam musiziert, erfährt, wie man aufeinander hört. Wer seine Geschichte in Bildern erzählt, macht sie sichtbar. Und wer Theater spielt, nimmt andere Positionen ein. Das brauchen wir – in Prenzlau, in Perleberg, in Potsdam. Mein Dank geht an Landkreise und Kommunen, Stiftungen und Unternehmen, die sich zahlreich auf dem Gebiet der Kulturellen Bildung engagieren sowie an das Team der Plattform Kulturelle Bildung! Ihre engagierte Arbeit, die von Beratung bis zum Aufbau von Kooperationen reicht, ist für den Erfolg der Projekte immens wichtig."

Die Trägerin des Programms: Plattform Kulturelle Bildung Brandenburg

Die 2010 gegründete Plattform Kulturelle Bildung Brandenburg ist als landesweit agierende Fachstelle für generationsübergreifende Kulturelle Bildung seit dem Start des Programms 2015 für seine Umsetzung und Begleitung verantwortlich.

Über die Förderanträge entscheidet eine unabhängige Jury aus den Bereichen kulturelle Bildungsarbeit, Integration, Kulturverwaltung und Verbandstätigkeit. Die Förderung zielt darauf ab, kulturelle Vielfalt von professionellen Einrichtungen bis hin zu ehrenamtlichen Initiativen abzubilden und niedrigschwellige Zugänge zu Kunst und Kultur für Menschen unterschiedlicher Lebenssituationen, Herkunft oder Altersgruppen zu schaffen.

Die mit dem Programm verbundenen Aktivitäten und die digitale "KuBi-Karte" der Plattform Kulturelle Bildung Brandenburg machen die kulturellen Angebote für alle sichtbar und vernetzen lokale Akteurinnen und Akteure, was die regionalen Kulturlandschaften nachhaltig stärkt.

Katja Melzer, Geschäftsführerin der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte:
"Unsere Arbeit endet nicht mit der Bewilligung eines Antrags. Wir begleiten Ideen von Anfang an, vernetzen Akteurinnen und Akteure vor Ort, beraten fachlich und schaffen die Voraussetzungen dafür, dass aus Projekten tragfähige Strukturen werden. Dass viele Vorhaben über Jahre hinweg bestehen, zeigt: Sie treffen reale Bedarfe in den Regionen.

Gefördert werden Tanz und Zirkus, Literatur und Film, Bildende Kunst und digitale Medien – vor allem aber fördern wir Menschen. Vom Kita-Kind bis zur Seniorin, von neu Zugewanderten bis zum lang gewachsenen Dorfverein. Kulturelle Bildung schafft Räume für Begegnung, Mitgestaltung und Zugehörigkeit. So entsteht ein Brandenburg, das seine Vielfalt lebt und seine Zukunft gemeinsam gestaltet."

Eine Dekade kreativer Vielfalt

474 Projekte in zehn Jahren – das sind Geschichten aus allen 14 Landkreisen und vier kreisfreien Städten Brandenburgs. Von den ersten "Voranschreiberinnen" in Dahme-Spreewald über „Quillo vermittelt“ in der Uckermark bis zu den "LESECAMPERN" im Havelland: Das Programm hat Wurzeln geschlagen. Die geförderten Projekte decken ein breites Spektrum künstlerischer Disziplinen ab – von Bildender Kunst, Theater, Tanz, Literatur, Musik und Zirkus bis zu und setzen dabei auch auf interkulturelle Begegnungen.

Die geförderten Angebote verdeutlichen die thematische und methodische Vielfalt des Programms:  „cinema en curs – filmen macht schule" erreichte Schulkinder in zahlreichen Landkreisen, "MitMachMusik Brandenburg e.V." zeigen landesweit die interkulturell verbindende Kraft gemeinsamen Musizierens und die Traumschüff gUG entwickelte aufsuchende Theaterarbeit entlang der Havel.

Allein im Förderjahr 2025 reichte die Bandbreite geförderter Projekte von einer höchst vielseitigen Beschäftigung mit dem Thema Kinderrechte in einer Kita unter dem Titel "Auf der Wiese gibt‘s `nen Krach – Kinderrechte BUMM Bäng, ach!" über Workshops in DJing und Projection Mapping von Basskontakt e.V. bis zu einem Tanz-Projekt für Menschen in Pflegeeinrichtungen des Bureau Ritter: "Raus aus dem Heim, rein ins Theater".

Wo Kultur entsteht: Beispiele aus den Regionen

Dahme-Spreewald: Von der "Wanderdüne" in Halbe, einem Projekt für Kinder zur größten Binnendüne Brandenburgs, bis zu Ausstellungen in der "Kohlegrube" in Töpchin – kulturelle Bildung findet an unterschiedlichsten Orten statt.

Elbe-Elster: Die Elster Werke in Herzberg gestalten mit Menschen mit Behinderungen Bauwagen, entwickeln Theaterfragmente und setzen vielfältige Impulse für inklusive Kulturelle Bildung.

Havelland: Im westlichen Havelland machte sich der Kunstverein Bahnitz e.V. auf immer wieder unterschiedliche Weise auf den Weg zu einer gemeinsam erarbeiteten, vielstimmigen Geschichte des Ortes, zuletzt mit den "Bahnitzer Erinnerungsorten".

Oder-Spree: Das Museum Utopie und Alltag in Eisenhüttenstadt initiierte 2023 gemeinsam mit einer Schule für Gesundheits- und Pflegeberufe das kulturgeragogische Projekt "Alltag weckt Erinnerung" für Menschen mit demenziellen Erkrankungen, das 2025 fortgesetzt wurde.

Potsdam: Als Landeshauptstadt von Anfang an mit dabei – von der partizipativen Bildhauerei im Projekt "Groß Glienicke klopft Stein" über das interkulturelle Frauentheaterprojekt "Karawanserei" (Escala e.V.) bis zu Fotowerkstätten oder einem vielschichtigen Prozess ästhetischer Forschung auf der Basis eines Live-Hörspiels zu Kurt Tucholskys erster Ehefrau Else Weil an der Voltaireschule.

Prignitz: Von der Entwicklung einer von Schulen nutzbaren Museumsdruckerei und gemeinsam erarbeiteten Ausstellungen in der Museumsfabrik Pritzwalk bis zu einer im umgebauten Schweinestall jährlich auf die Bühne gebrachten Operninszenierung im Dorf Klein-Leppin durch FestLand e.V. – in der Prignitz zeigt sich ein herausragendes Engagement im Bereich der Kulturellen Bildung.

Uckermark: Mit UMTanz e.V. etablierte sich seit 2023 ein Zentrum für Tanz und Bewegung in der Region. 2025 fragt der Verein der Freunde der Uckermark: "Wasser – nicht nur zum Waschen da" – künstlerische Auseinandersetzung mit dem kostbarsten Gut unserer Zeit.

Einen Einblick in die Vielfalt der geförderten Projekte bieten seit 2023 die Kubinale Zeitung, eine Begleitpublikation der alljährlichen stattfindenen KUBINALE, ein politischer Abend der in diesem Jahr am 21. Januar 2026 im Brandenburg Museum stattfinden wird.   

Ausblick: Die nächste Runde

Die nächste Antragsfrist für 2026 ist der 15. Mai 2026. Informationen und Beratung gibt es bei der Plattform Kulturelle Bildung Brandenburg.

Einen Einblick in die Projektvielfalt bietet bereits die Kubinale-Zeitung, die seit 2023 erscheint. Am 21. Januar 2026 lädt die KUBINALE – Ein politischer Abend der kulturellen Bildung – ins Brandenburg Museum ein, um gemeinsam auf zehn Jahre Förderprogramm zurückzublicken und über die Zukunft zu diskutieren.

Das Förderprogramm in Zahlen

  • 474 Projekte seit 2015 in allen Landkreisen und kreisfreien Städten
  • 500.000 Euro Fördersumme im Jubiläumsjahr 2025
  • 57 einjährige Projekte 2025
  • 7 mehrjährige Strukturförderungen im Jahr 2025 für Kulturelle Bildung
  • Alle Altersgruppen: von Kitakindern bis Seniorinnen und Senioren
  • Alle Sparten: Theater, Tanz, Musik, Bildende Kunst, Literatur, Film, Zirkus, Museumspädagogik, Geschichtsvermittlung, Baukultur
     

Weitere Informationen:
www.plattformkulturellebildung.de

Das Förderprogramm „Kulturelle Bildung und Partizipation" wird gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg.

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