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Heimat und Geschichte

Heimat und Geschichte

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Biografie des Landkreises Teltow-Fläming

Geographische Lage & Landschaft

Der Landkreis Teltow‑Fläming liegt im Süden Brandenburgs und umfasst rund 2.090 bis 2.104 km². Nachbarkreise sind im Osten Dahme‑Spreewald, im Süden Elbe‑Elster, im Westen Potsdam‑Mittelmark, im Nordwesten Wittenberg (Sachsen‑Anhalt) und im Norden grenzt das Land Berlin.

Die Region verbindet zwei geologische Landschaften: im Norden die eiszeitlich entstandene Teltow‑Hochebene (Teltowplatte) und im Süden den Niedereren Fläming, einen sanften Höhenzug Rund 46 % der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt; geprägt wird das Gebiet auch durch Flüsse, Kanäle (z. B. Nuthe, Blankensee) sowie ausgedehnte Schutzgebiete und zahlreiche Seen.

Historische Entwicklung

Mittelalterliche Wurzeln:

Die Region war ursprünglich von Slawen besiedelt. Mit der deutschen Ostsiedlung kamen im Mittelalter Kolonisten – teils möglicherweise aus Flandern ("Fläming") – in das Gebiet. Es war umkämpft zwischen den askanischen Markgrafen von Brandenburg, den Wettinern (Meißen) und den Erzbischöfen von Magdeburg.

Napoleonische Kriege:

1813 fanden auf dem Gebiet die Schlachten bei Großbeeren und Dennewitz statt, die entscheidend zur Vertreibung der Franzosen beitrugen.

Preußische Neuordnung:
1815 wurden Jüterbog, Dahme, Baruth etc. der Provinz Brandenburg zugeschlagen – 1816 entstand der Landkreis Jüterbog‑Luckenwalde.

20. Jahrhundert:

Der ursprüngliche Verwaltungssitz des historischen Kreises Teltow wechselte mehrfach – z. B. befand er sich bis 1920 in Teltow, dann in Mahlow und Berlin‑Tiergarten. Der Landkreis Teltow wurde 1952 aufgelöst und in kleinere Einheiten aufgeteilt.

Aktuelle Formation & Entwicklung:

Gründung 1993: Am 5. Dezember 1993 (laut offiziellen Quellen auch 6. Dezember) entstand der heutige Landkreis Teltow‑Fläming im Zuge der brandenburgischen Kreisreform. Er setzt sich aus den ehemaligen Kreisen Jüterbog, Luckenwalde, Zossen sowie Teilen der Kreise Luckau und Herzberg zusammen.

Demografischer Aufschwung:

Bei Gründung lebten circa 145 000 Menschen im Gebiet – bis 2023 wuchs die Bevölkerung auf etwa 177 000 an.

Wirtschaft & Strukturen

Der Landkreis gilt als eines der wirtschaftlich erfolgreichsten Gebiete Ostdeutschlands. In den frühen 2000er Jahren belegte er mehrfach Platz 1 im Ranking neuer Bundesländer – etwa bei der Wirtschaftskraft und Attraktivität.
2006 erzielte er Platz 1 als „Wirtschaftsfreundlichste Kommune“ im Land Brandenburg, erhielt 2008 zusätzlich den Titel „Kommune des Jahres“ für regionale Wirtschaftsförderung.
Im Zukunftsatlas 2016 lag er auf Rang 285 (von 402); 2019 deutlich verbessert auf Platz 170, womit er zu Regionen mit ausgewogenem Chancen‑Risiko‑Mix zählt.

Verkehr & Mobilität

Seit dem 1. Januar 1999 kümmert sich die Verkehrsgesellschaft Teltow‑Fläming (VTF) um den regionalen ÖPNV. Sie entstand durch Fusion der regionalen Busgesellschaften PVN und VKZ, betreibt ein Busnetz mit rund 99 Fahrzeugen und befördert jährlich etwa 5,7 Mio. Fahrgäste.
Die VTF war Vorreiter bei Hybridbussen in Brandenburg (seit 2014), führt Rufbusse ein und bedient moderne PlusBus-Linien wie 714 und 715.

Kultur & Architektur

Über 40 historische Guts‑ und Herrenhäuser sind im Landkreis erhalten – Relikte der ländlichen Gesellschafts‑ und Kulturgeschichte, oft zentrale Elemente von Dorfensembles oder Landschaftsparks.
Zudem werden in regionalen Heimatjahrbüchern viele historische Beiträge veröffentlicht – von Klöstern über Chroniken bis zu Orts‑ und Familiengeschichte.
 
Zusammenfassung

Der Landkreis Teltow-Fläming ist eine relativ junge administrative Einheit (seit 1993), die auf eine reiche historische Landschaft zurückblickt – von slawischer Besiedlung über preußische Reformen, Kriegsgeografie, Industrialisierung bis hin zur modernen Wirtschaftsentwicklung und Mobilität. Er vereint Naturraum, Kultur, wirtschaftliche Dynamik und hohen Wohn- sowie Lebenswert.